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Wirtschaft Fiat steigt bei Chrysler ein
Nachrichten Wirtschaft Fiat steigt bei Chrysler ein
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16:25 01.05.2009
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Fiat-Logo Quelle: Thomas Lohnes/ddp
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Chrysler, das einen „Insolvenzantrag nach Chapter 11“ beantragt, werde dafür weitere Milliardenhilfen vom US-Staat erhalten, Entlassungen und Werksschließungen solle es während des Insolvenzverfahrens nicht geben.

An dem nach der Neuordnung weiter unter Chrysler firmierenden Unternehmen werde Fiat einen Anteil von 20 Prozent halten, teilte der Turiner Konzern mit. Fiat-Chef Sergio Marchionne sprach von einer „konstruktiven und wichtigen Lösung“. Es entstehe ein „starker“ neuer Autokonzern. Die Gewerkschaft wird laut Fiat mit rund 55 Prozent an dem neuen Konzern beteiligt sein.

Die US-Regierung geht davon aus, dass die Neuordnung des drittgrößtes Autobauers der USA binnen 30 bis 60 Tagen erfolgen kann. Der Staat werde Chrysler weitere bis zu 8,0 Milliarden Dollar (6,0 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen, darunter bis zu 3,5 Milliarden Dollar für die Weiterführung des Geschäftsbetriebs während des Insolvenzverfahrens. Im Gegenzug für die weitere Hilfe erhalte die US-Regierung einen „kleinen“ Anteil an der „neuen“ Chrysler. Dieser dürfte rund acht Prozent betragen. Kanada will zwei Prozent übernehmen.

Die Gesellschaft werde einen aus neun Mitglieder bestehenden Verwaltungsrat (Board) haben, teilte Fiat mit. Davon benennt die US-Regierung vier Mitglieder. In das Tagesgeschäft wolle sie sich aber nicht einmischen, sagte ein Regierungsvertreter. Kanada und die Gewerkschaft können laut Fiat jeweils einen Vertreter entsenden. Fiat selbst will drei Mitglieder stellen.

Der Anteil von Fiat an der neuen Chrysler kann abhängig vom Erreichen bestimmter Ziele bei der Entwicklung spritsparender Fahrzeuge in den USA bis auf 35 Prozent steigen. Zudem habe Fiat die Option, in der Zeit vom 1. Januar 2013 bis zum 30. Juni 2016 weitere 16 Prozent zu erwerben. Fiat kann allerdings kein Mehrheitseigner werden, solange nicht alle Schulden an die US-Regierung zurückgezahlt sind. Zudem sei die Option erst ausübbar, wenn die ausstehenden Schulden bei der US-Regierung die Marke von 3,0 Milliarden Dollar unterschreiten.

Fiat soll Chrysler der Vereinbarung zufolge bestimmte Technolgien und Ressourcen zur Verfügung stellen. Eine Finanzspritze oder eine finanzielle Unterstützung in der Zukunft sei hingegen nicht vorgesehen. Weitere Stellenstreichungen soll es bei Chrysler nicht geben, hieß es von einem Regierungsvertreter.

Chrysler-Chef Bob Nardelli kündigte indes seinen Rücktritt an. Nardelli hatte die Leitung von Chrysler im August 2007 übernommen. „Es ist nun die richtige Zeit, anderen die Führung im Übergang von Chrysler mit Fiat zu überlassen,“ sagte er ddp.

ddp