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Wirtschaft Kräftiger Preisanstieg bei Fernbus-Tickets
Nachrichten Wirtschaft Kräftiger Preisanstieg bei Fernbus-Tickets
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00:18 30.04.2015
Fernbusse in Deutschland: Derzeit gibt es 264 Linien und 7200 Fahrten pro Woche.
Fernbusse in Deutschland: Derzeit gibt es 264 Linien und 7200 Fahrten pro Woche. Quelle: dpa
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Berlin

Fernbusse werden teurer, neue Linien gibt es kaum noch, der Markt konsolidiert sich - so lautet das aktuelle Fazit des Berliner IGES-Instituts zur bisherigen Entwicklung des Fernbusgeschäfts in diesem Jahr. Zwischen Januar und April sind demnach die Preise für Schnäppchentickets um 11 Prozent gestiegen. Für IGES-Geschäftsführer Christoph Gipp ist das keine Überraschung. Mit den bisherigen Tiefpreisen von knapp 9 Cent je Kilometer könne die Branche auf Dauer nicht überleben, sagt der Experte. Billigtickets werden sogar für nur 4 Cent je Kilometer angeboten. Vor allem neue Anbieter versuchen so Kunden zu gewinnen. Der Wettbewerb sei extrem hart, konstatierte unlängst bereits das Bundesamt für Güterverkehr.

Mit dem britischen Unternehmen Megabus haben die bisherigen Platzhirsche neue starke Konkurrenz bekommen. Die Briten haben mit zunächst vier Tages- und Nachtlinien laut IGES einen Marktanteil von 2 Prozent erreicht. Fahrten quer durch Deutschland werden bereits ab einem Euro angeboten. Megabus fährt unter anderem ab Hannover, Stuttgart, Frankfurt und Köln. Auch europaweit werden Fahrtziele angesteuert.

Experten erwarten noch mehr Fernbuslinien

IGES-Experte Gipp erwartet, dass weitere Anbieter aus dem Ausland den deutschen Markt für sich entdecken: „Das Linienwachstum ist noch nicht ausgereizt.“ Für Reisende ist die Auswahl an günstigen Verbindungen bereits jetzt sehr groß. Aktuell gibt es 264 Linien und 7200 Fahrten pro Woche. Streckenumfang: rund drei Millionen Kilometer.

Mit weitem Abstand Marktführer in Deutschland ist „Mein Fernbus Flixbus“. 76 Prozent aller Fahrplankilometer entfallen laut IGES auf das kürzlich fusionierte Unternehmen, an dem der US-Finanzinvestor General Atlantic maßgeblich beteiligt ist. Die Firma besitzt die Busflotten nicht selbst, sondern nutzt Subunternehmer, meist etablierte Busfirmen. Dieses Geschäftsmodell ist üblich bei den neuen Anbietern. Mit 9 Prozent folgt der Postbus in weitem Abstand, drittgrößter Anbieter ist die Deutsche Bahn mit ihren Marken Berlinlinienbus und IC Bus, die verschmolzen werden. Voriges Jahr haben nach vorläufigen Zahlen bis zu 19 Millionen Kunden die Fernbusse genutzt, nach acht Millionen im Jahr 2013.

Als Reaktion auf den Erfolg der Fernbusse will die Deutsche Bahn ihr eigenes Angebot auf der Straße ab Sommer stark erweitern und es bis 2016 sogar vervierfachen. „Mein Fernbus Flixbus“ hat angekündigt, bis zum Jahresende weitere 500 Direktverbindungen anzubieten und so das Angebot zu verdoppeln. Auch die Post will ihr Busangebot verdoppeln und künftig 120 Städte anfahren, zudem soll es Nachtfahrten geben. Die Reisenden können sich somit auf noch größere Auswahl freuen.

Von Thomas Wüpper

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