Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Rückstand bei neuen Stromnetzen – Altmaier will gegensteuern
Nachrichten Wirtschaft Rückstand bei neuen Stromnetzen – Altmaier will gegensteuern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 17.08.2018
Prototypen für Erdkabel: Der Netzausbau hinkt der Erzeugung erneuerbarer Energien hinterher. Quelle: dpa
Berlin/Hannover

Damit die Energiewende gelingt, müssen Tausende Kilometer neue Stromleitungen verlegt werden – doch dabei gibt es massive Verzögerungen. Das verursacht Milliardenkosten, auch für Verbraucher. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will nun gegensteuern. Der CDU-Politiker stellte am Dienstag einen „Aktionsplan“ vor, um den Ausbau der Stromnetze zu beschleunigen.

„Wir haben einen Rückstand erreicht, der politisches Handeln notwendig macht“, sagte Altmaier bei der Bundesnetzagentur in Bonn. Sein Ziel sei es, bis 2021 „entscheidend“ voranzukommen. Es gehe um eine „große Kraftanstrengung“. Nach neuen Zahlen der Bundesnetzagentur sind beim Netzausbau von erforderlichen 7700 Kilometern erst 1750 Kilometer genehmigt und nur 950 realisiert. „Das ist keine Zahl, mit der man sich sehen lassen kann“, sagte Altmaier.

Der Aktionsplan sieht vor, den Bau der Leitungen zu beschleunigen. Dazu will Altmaier seine Fachleute, die Bundesländer, Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur regelmäßig an einen Tisch bringen. Daneben sollen Planungsverfahren durch ein neues Gesetz schlanker werden, das Altmaier im Herbst vorlegen will. Die bestehenden Stromnetze sollen durch technische Verbesserungen mehr Strom transportieren.

Im Zuge der Energiewende ist der Ausbau der erneuerbaren Energien enorm vorangeschritten. Derzeit liegt ihr Anteil am Stromverbrauch bei 36 Prozent, bis 2030 soll er bei 65 Prozent liegen. Die Entwicklungen haben enorme Folgen für das Stromnetz, das an seine Kapazitätsgrenze zu kommen droht. Windstrom muss von den Küsten in die Industriezentren im Süden transportiert werden. Dafür sind Tausende Kilometer neue Leitungen nötig.

Altmaier will nun auf einer dreitägigen Reise für den Netzausbau werben und mit Unterstützern wie Gegnern sprechen. Station machen wird er auch in Niedersachsen: In Haren-Dankern bei Meppen und in Emden will er am Mittwoch unter anderem mit dem niedersächsischen Energie- und Umweltminister Olaf Lies (SPD) sprechen. Außerdem plant er einen „Netzgipfel“ mit seinen Ministerkollegen aus den Ländern am 20. September in Berlin.

Lies begrüßte am Dienstag Altmaiers Absicht, den Netzausbau zu beschleunigen. Die Länder hätten schon lange auf ein Gipfeltreffen zu diesem Thema gedrängt. Niedersachsen selbst werde seine landeseigenen Netzausbauvorhaben pünktlich erfüllen. Lies verlangte von Altmaier allerdings auch ein klares Bekenntnis zum weiteren Ausbau der grünen Stromerzeugung. „Der Bund muss seine Blockadehaltung bezüglich der Energiewende endlich aufgeben“, sagte er.

Niedersachsen drängt Altmaier seit Monaten, den Ausbau von Windkraft wieder stärker voranzutreiben. Die niedersächsische Windenergie-Industrie befürchtet starke Auftragseinbußen für die kommenden Jahre. Der Hersteller Enercon kündigte vor kurzem bereits den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen an. Das sei „ein fatales Signal“, sagte Lies am Dienstag.

Eine der geplanten neuen Stromautobahnen von Nord- nach Süddeutschland soll nach aktueller Planung auch durch die Region Hannover führen: der sogenannte Südlink des Netzbetreibers Tennet. Dieser hat zwei Korridore vorgeschlagen, in denen die Erdkabel verlegt werden könnten: Eine Variante führt von Neustadt über Wunstorf, Garbsen, Seelze, Gehrden, Ronnenberg und Wennigsen bis Springe. Die östlichere Streckenführung würde Burgdorf und Uetze betreffen. Sie wird zurzeit von Tennet favorisiert.

Die Entscheidung für einen der beiden Korridore wird die zuständige Behörde, die Bundesnetzagentur, voraussichtlich in den nächsten Monaten fällen. Wie in anderen Regionen haben sich aber auch im Umland von Hannover bereits Bürgerinitiativen gegen Südlink formiert. Das Ziel von Tennet, die Trasse bis 2025 fertigzustellen, gilt deshalb als ehrgeizig.

Von Andreas Hoenig und Christian Wölbert

Seit gut zwei Jahren gibt es die E-Auto-Prämie in Deutschland. Doch der Erfolg hält sich in Grenzen. Aus Sicht des Bundesrechnungshofes ist die Förderung vor allem eines: ineffizient.

14.08.2018

Die Bundesregierung prüft die Einführung des „Bestellerprinzips“ auch auf dem Markt für Wohneigentum. Der Maklerverband kritisiert die Überlegungen.

17.08.2018

Autofahrer müssen sich in den kommenden Wochen auf deutlich steigende Benzinpreise einstellen. Verschiedene Apps machen es aber zumindest möglich, die günstigste Tankstelle in Ihrer Umgebung zu finden.

14.08.2018