Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Brexit bremst die Tui-Flieger nicht aus
Nachrichten Wirtschaft Brexit bremst die Tui-Flieger nicht aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 24.02.2019
Ein Wagen fährt das Gepäck von Passagieren an einer Maschine von Tuifly vorbei. Quelle: dpa
Hannover

Die Fluggesellschaften der Tui behalten ihre Start- und Landerechte innerhalb der Europäischen Union auch im Falle eines „harten Brexit“. Sollte Großbritannien Ende März ohne eine vertragliche Regelung aus der Gemeinschaft ausscheiden, will die EU Airlines, deren Eigentümer nicht mehrheitlich in EU-Staaten ansässig sind, sechs Monate Zeit geben, ihre Anteilsverhältnisse so zu klären, dass die Mehrheit der Aktien von EU-Anlegern kontrolliert wird. Darauf haben sich Vertreter des EU-Rates und des Europäischen Parlaments verständigt.

Für die Verkehrsrechte von Fluglinien in der EU kommt es nicht darauf an, wo die Gesellschaft ihren Sitz hat – sondern auch, wem sie gehört: Airlines müssen mehrheitlich Eigentümern aus der EU gehören. Nach einem Ausscheiden des Vereinigten Königreiches wäre diese Voraussetzung bei einigen Gesellschaften nicht mehr gegeben. Das betrifft etwa die International Airlines Group (IAG), die in der British Airways und die spanische Iberia zusammengeschlossen sind, den Charterflieger Condor mit der britischen Mutter Thomas Cook – und auch die sechs Fluggesellschaften der Tui.

Der Konzern hat zwar seinen Sitz in Hannover und ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts, die Mehrheit seiner Aktionäre käme nach einem Brexit nicht mehr aus der EU: Knapp 25 Prozent der Anteile hält der russische Oligarch Alexej Mordaschow, von den institutionellen Investoren, die rund 65 Prozent der Aktien kontrollieren, kommt ein großer Teil aus Großbritannien. Die Aktie der Tui Group ist im FTSE 100 notiert, dem Leitindex der Londoner Börse.

Die vom Brexit betroffenen Fluggesellschaften haben bisher unterschiedlich auf den drohenden Verlust der Verkehrsrechte reagiert. Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair verfügen bereits über Tochtergesellschaften mit den für die EU nötigen Air Operator Certificates (AOC). Die IAG versucht ihren EU-Status gegenüber den Behörden mit dem Verweis auf ihre Verwurzelung in Spanien zu retten. Die Tui hat sich bisher bedeckt gehalten: Der Konzern verfügt über sechs Fluggesellschaften mit rund 150 Mittel- und Langstrecken-Flugzeugen – die Flotte der hannoverschen Tuifly umfasst 36 Maschinen.

In Brüssel zeigte man sich erleichtert über den jetzt erreichten Kompromiss. „Damit werden grundlegende Luftverbindungen zwischen Flughäfen in der EU und dem Vereinigten Königreich werden gewährleistet“, sagte die für Verkehr und Transport zuständige EU-Kommissarin Violeta Bulc. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass das Vereinigte Königreich die EU-Fluggesellschaften gleich behandele.

Für die Tui sei die Vereinbarung „ein erster, richtiger Schritt“, sagte ein Unternehmenssprecher. Der Konzern würde es jedoch begrüßen, wenn beide Seiten in den nächsten Monaten eine generelle politische Lösung für den Luftverkehr zwischen der EU und Großbritannien finden würden: „Die heutige Regulierung der Eigentümer-Strukturen für Fluggesellschaften ist per se nicht mehr zeitgemäß.“

Von Jens Heitmann

Jeder dritte Paketzusteller erhält laut Zoll nicht einmal den Mindestlohn. Die Arbeitnehmergruppe in der CDU will den Missstand nun mit neuen Haftungsregeln begegnen. Wird Pakete verschicken bald teurer?

21.02.2019

Die geplante Fusion der Öl- und Gaskonzerne kostet weltweit 1000 Arbeitsplätze. Unter anderem will DEA seinen Standort in Wietze schließen, Wintershall will Stellen im Landkreis Diepholz streichen.

24.02.2019

Das Landeskartellamt Niedersachsen hat bei elf Strom – und Gasversorgern wegen überhöhter Preise interveniert. Die Unternehmen passen ihre Konditionen an, davon profitieren 490.000 Kunden.

24.02.2019