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Nachrichten Wirtschaft Die Baubranche boomt – doch die Wohnungen reichen nicht
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14:49 17.12.2018
Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, bis 2021 rund 1,5 Millionen neue Wohnungen zu schaffen. Quelle: Lothar Ferstl/dpa
Berlin

Im Kampf gegen steigende Mieten und Wohnungspreise gab es laut Baubranche auch in diesem Jahr nicht genug Neubau. „Wir dürften im laufenden Jahr rund 300.000 Wohnungen erstellen“, sagte Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, am Montag in Berlin. Im vergangenen Jahr waren knapp 285.000 Wohnungen fertiggestellt worden. Im nächsten Jahr werde die Zahl auf 315.000 bis 320.000 steigen, sagte Quast.

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, bis 2021 rund 1,5 Millionen neue Wohnungen zu schaffen. Gleichmäßig aufs Jahr gerechnet entspräche das 375.000 Wohnungen. Notwendig sind aus Sicht der Baubranche weitere steuerliche Erleichterungen, mehr günstiges Bauland und Typenhäuser, die nur einmal entwickelt und genehmigt werden müssen, aber vielfach gebaut werden können.

Wohnungen gelten wegen Niedrigzinsen als gute Anlage

Für Bauherren wird es unterdessen immer teurer. Nach einem Plus von 3,6 Prozent im Vorjahr kostete Bauen in diesem Jahr weitere 4,5 Prozent mehr, wie der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, sagte.

Darin spiegelt sich die hohe Nachfrage: Wohnungen gelten angesichts niedriger Zinsen als gute Geldanlage, die Wirtschaft sowie Bund und Länder investieren nach Branchenangaben wieder stärker in neue Gebäude, Straßen und Bahnschienen.

Die Auftragsbücher der Baufirmen sind so voll wie nie. Mit einem Wert von 47,6 Milliarden Euro lag der Auftragsbestand im September um 14 Prozent über dem starken Vorjahreswert. In einigen Orten ist es für Bauwillige schwierig, ein Unternehmen zu finden, wie Hübner zugestand. Firmen wählten auch stärker aus, für welche Ausschreibungen sie Angebote abgeben.

Hübner: Baustoffe deutlich teurer geworden

Hübner wies aber Vermutungen zurück, die Bauunternehmen nutzten die hohe Nachfrage aus, um ihre Gewinne zu maximieren. Baustoffe wie etwa Betonstahl und Bitumen für Straßen seien deutlich teurer geworden, sagte Hübner. „Man braucht nicht zu glauben, dass die steigenden Preise direkt die Margen der Bauunternehmen bedienen.“ Die Firmen seien endlich wieder in der Lage, ihre Risiken angemessen zu bepreisen.

Um mehr bauen zu können, stellen die Firmen weiter ein. 20.000 neue Bauleute ließen die Mitarbeiterzahl in diesem Jahr auf 832.000 steigen, nächstes Jahr erwarten die Firmen weitere 18.000 neue Kollegen. „Wir blicken zurück auf ein gutes Baujahr und sind für das nächste Jahr ganz optimistisch“, sagte Quast.

Konjunktursorgen träfen die Baubranche noch nicht, hieß es. Für dieses Jahr gehen die Bauverbände von einem Umsatzplus von 6 Prozent aus, was preisbereinigt noch 1,5 Prozent entspreche. Im nächstes Jahr werden ebenfalls 6 beziehungsweise 1 Prozent erwartet.

Von RND/dpa

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