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Wirtschaft Telefonieren wird teurer: Telekom und Vodafone erhöhen Preise
Nachrichten Wirtschaft Telefonieren wird teurer: Telekom und Vodafone erhöhen Preise
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09:21 31.07.2019
Wer bei der Telekom nur einen Telefonanschluss hat, muss künftig mehr zahlen. Quelle: Uli Deck/ dpa
Hannover

Telefonieren wird für viele Kunden teurer: Im September erhöht die Deutsche Telekom die monatlichen Grundgebühren ihrer Festnetz-Tarife – und der Konkurrent Vodafone gibt eine Preiserhöhung der Telekom für die Nutzung von deren Leitungsnetz an seine DSL-Kunden weiter. „Die allgemeine Preisentwicklung macht auch vor uns nicht halt“, sagte ein Telekom-Sprecher am Dienstag. „Wir erweitern und modernisieren kontinuierlich unser Netz, damit unsere Festnetz-Kunden in bester Qualität telefonieren können.“

Die Telekom hat noch zwei reine Festnetztarife im Angebot: Für den „Call Basic“ wird derzeit eine Grundgebühr von 20,95 Euro im Monat fällig – künftig ist es ein Euro mehr. Dafür können Kunden im Inland 120 Minuten telefonieren, danach kosten Anrufe 2,9 Cent je Minute. Für Gespräche ins Mobilfunknetz zahlt man 19 Cent je Minute, die Preise für Telefonate ins Ausland beginnen bei 2,9 Cent je Minute. Diese beiden Preise gelten auch beim Tarif „Call Comfort“, der aber für das deutsche Festnetz eine Flatrate bietet. Die Grundgebühr steigt hier nun von 30,94 auf 31,94 Euro. Nach Angaben der Telekom gibt es noch eine „kleinere, siebenstellige Zahl an Kunden mit einem reinen Telefonanschluss“.

Die Miete für die „letzte Meile“ steigt

Teurer wird es auch für Wettbewerber, die Leitungen der Deutschen Telekom nutzen, um ihre Kunden zu erreichen. Für die Überbrückung der sogenannten letzten Meile vom Verteilerkasten zum Haus des Nutzers hat die Bundesnetzagentur dem Bonner Konzern gestattet, ab Juli höhere Entgelte von der Konkurrenz zu verlangen. Diese Preiserhöhung gibt Vodafone im September an seine DSL-Kunden weiter – die Grundgebühr steigt bei den verschiedenen Tarifen dadurch um 1,39 Euro im Monat. „Davon sind so viele unserer Kunden betroffen, dass wir leider die Mehrkosten nicht auffangen können“, erklärte das Unternehmen.

Andere Anbieter reagieren anders: Der Konkurrent 1&1 beispielsweise, der aktuell mit einem Startangebot von 9,99 Euro für einen DSL-Anschluss mit einer Datenübertragungsrate von 16 Megabit pro Sekunde in den ersten zwölf Monaten wirbt, will die Preiserhöhung der Telekom nicht an seine Kunden weiterleiten. Gleiches gilt auch für die hannoversche Firma HTP, die etwa zwei Drittel ihrer Kunden über die „letzte Meile“ der Telekom erreicht. „Wir schauen uns das erst einmal an“, sagte eine HTP-Sprecherin. Ausschließen könne man eine spätere Anpassung der DSL-Tarife aber nicht. Telefonica Deutschland behält sich ebenfalls eine Preiserhöhung vor, wie eine Unternehmenssprecherin sagte.

Vodafone wirbt für Kabel-Angebote

Vodafone möchte die Preiserhöhung offenbar nutzen, um Kunden zu einem Wechsel zu den hauseigenen Kabeldiensten zu bewegen. Der Konzern bietet bereits in 13 Bundesländern Telefonie, schnelles Internet und Fernsehen über das Netz der Tochter Kabel Deutschland an. Kürzlich hat die EU-Kommission die Übernahme des Kölner Kabelanbieters Unitymedia erlaubt, der in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg tätig ist. „Damit führt das Vodafone-Kabel direkt in Ihr Haus“, wirbt der Konzern. „Und somit entfällt auch die Mietzahlung an die Deutsche Telekom für die ,letzte Meile’." Das günstigste Angebot für Internet und Telefon liegt aktuell bei 19,99 Euro monatlich im ersten Jahr.

Kunden haben Sonderkündigungsrecht

Vodafone geht hier ins Risiko: Aufgrund der Preiserhöhung bei den DSL-Tarifen haben die Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Wer mit den neuen Preisen nicht einverstanden ist, kann seinen Vertrag zum 31. August beenden – entweder direkt bei Vodafone oder beim Abschluss eines neuen Vertrages über den gewählten Anbieter. Die Mitnahme der Rufnummer sei problemlos möglich, heißt es beim Unternehmen. Die übliche dreimonatige Kündigungsfrist gelte in diesem Fall nicht.

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