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Wirtschaft Tui buhlt um Kunden von Thomas Cook
Nachrichten Wirtschaft Tui buhlt um Kunden von Thomas Cook
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20:53 10.10.2019
Touristen am Strand von El Arenal auf Mallorca. Nach der Thomas-Cook-Insolvenz rechnet der Tui-Konzern mit zahlreichen zusätzlichen Kunden. Quelle: Clara Margais/dpa
Hannover

Der Touristikkonzern Tui will von der Insolvenz des Konkurrenten Thomas Cook profitieren. Der Marktführer aus Hannover stockt seine Angebote besonders in Griechenland, in der Türkei, in Ägypten sowie auf den Balearen und den Kanaren deutlich auf. In Deutschland wolle das Unternehmen so 500 000 zusätzliche Kunden gewinnen, sagte Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak am Donnerstag. Dies wäre ein Zuwachs um etwa 8 Prozent. In Großbritannien will die Tui ihr Angebot um zwei Millionen zusätzliche Flugsitze erhöhen.

Thomas Cook hat für seine Veranstalter Neckermann, Öger und vier andere Marken alle Reisen bis zum Jahresende abgesagt – auch wenn die Urlaube schon teilweise oder in Gänze bezahlt worden sind. Insgesamt seien von der Insolvenz rund 600 000 deutsche Kunden betroffen, die ihre Reise bis zum Sommer 2020 antreten wollten, heißt es in der Branche. Ihnen bietet die Tui nun bis zum 20. Oktober die Möglichkeit, ohne Anzahlung zu buchen.

Tui ist auch an Thomas-Cook-Reisebüros interessiert

„Damit wollen wir auch verhindern, dass der Ruf der Pauschalreise bei den Kunden Schaden nimmt“, sagte Tui-Deutschland-Vertriebschef Hubert Kluske. Für den Fall, dass Thomas Cook die ursprünglich geplante Reise noch ermögliche, könnten die Kunden ihre Buchung bei Tui innerhalb von sieben Tagen kostenlos stornieren. Das Risiko für die Tui sei begrenzt. Jeder Kunde müsse bis vier Wochen vor Antritt seiner Reise den Preis komplett bezahlen. Wer dazu nicht in der Lage sei, könne seinen Urlaub nicht antreten, sagte Kluske.

Interesse hat die Tui auch an der Übernahme von Thomas-Cook-Reisebüros in Deutschland. Der Konkurrent aus Oberursel betreibt hierzulande 120 Filialen in eigener Regie, weitere 380 Partner arbeiten auf der Basis eines Franchise-Konzepts. Man könne sich vorstellen, etwa die Hälfte dieser Reisebüros unter das Dach der Tui zu holen, sagte Kluske. Derzeit unterhält der hannoversche Konzern in Deutschland 443 eigene „Tui-Stores“, zudem kooperiert er mit 539 Franchise-Partnern. Im Unterschied zu Skandinavien und Großbritannien spielt der Vertrieb über das Internet hierzulande noch keine große Rolle. Vier von fünf Buchungen kommen bei der Tui über das Reisebüro herein.

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