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Wirtschaft Deutsche Post: Beschwerden wegen Brief-Chaos verdoppelt
Nachrichten Wirtschaft Deutsche Post: Beschwerden wegen Brief-Chaos verdoppelt
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14:06 13.07.2019
Ein Mann wirft einen Brief in einen Briefkasten. Quelle: Monika Skolimowska/ZB/dpa
Bonn

Das Briefporto wurde erhöht, die Auslieferungen sinken und die Beschwerden steigen. Kurz: Die Deutsche Post hat offenbar ein Problem. Die Zahl der schriftlichen Beschwerden über die Briefzustellung hat sich laut „Spiegel“ im vergangenen Jahr verdoppelt. Immer wieder sollen Sendungen nicht ankommen, falsch zugestellt werden oder zerstört sein.

Im ersten Quartal 2019 waren Kunden bereits 4000-mal unzufrieden mit dem Service der Deutschen Post. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren gab es 6100 Beschwerden – im ganzen Jahr.

„Die Beschwerden über die Qualität der Zustellung der Briefpost schießen in die Höhe, und die Bundesregierung hat nichts Besseres zu tun, als für drastische Portoerhöhungen zu sorgen“, meint der Linken-Abgeordnete Pascal Meiser gegenüber dem Magazin.

Just-in-Time-Pakete – Post-Chef verspricht Änderungen

Die zunehmende Kritik der Vergangenheit wurde offenbar auch in der Chefetage der Deutschen Post bemerkt. Vorstandschef Frank Appel will das Zustellsystem verbessern. Dabei sollen die Kunden beispielsweise bei der Paketzustellung zeitgenau über den Weg der Lieferung informiert werden.

Die Portoerhöhung verursachte auch weitere logistische Probleme. Da die neuen Briefmarken nicht rechtzeitig ausgeliefert werden konnten, kam es zu weiteren Engpässen bei der Auslieferung.

Die Startprobleme mit der Portoerhöhung im Video:

Der Post-Chef will gegensteuern: „Unsere Kunden sollen zuerst per E-Mail eine ungefähre Zeit erhalten, zu der der Zusteller kommt. Und zum Beispiel 15 Minuten vor Ankunft gibt es dann eine erneute Mail mit der genauen Zeit, die wir anhand der per GPS erfassten Position des Lieferwagens berechnen“, sagte Appel der „Rheinischen Post“ und dem „Bonner General-Anzeiger“ (Samstag).

Laut Appel werde dieses System zunächst in „einigen Regionen“ getestet. „Und im Laufe des Jahres 2020 soll es diese Just-in-Time-Pakete bundesweit geben“, sagte Appel weiter. Der Postchef erklärte, das die Zwischenlagerung von Sendungen für Verzögerungen und Ärger bei den Kunden gesorgt habe. Dem wirke man sei geraumer Zeit entgegen.

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Von RND/Alex Krenn/dpa