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Wirtschaft Daimler im Fokus der Datenschützer
Nachrichten Wirtschaft Daimler im Fokus der Datenschützer
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21:31 16.04.2009
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Das bestätigte ein Behördensprecher. Bei Verstößen können Bußgelder bis zu 250 000 Euro verhängt werden.

Daimler hatte am Mittwoch eine „Datenschutzverletzung“ in Bremen eingeräumt, bei der es sich aber nur um einen Einzelfall gehandelt habe. Mehrere Medien zeigten inzwischen Ausschnitte aus den Krankenlisten, die ihnen zugespielt worden waren. Demnach wurde in mindestens einer Abteilung des Bremer Werkes monatelang aufgelistet, welcher Mitarbeiter wann woran erkrankt war – ob an Bandscheibenvorfall, Erkältung oder Durchfall. Die Kranken wurden zwar durch Nummern anonymisiert, aber eine weitere Liste habe die dazugehörenden Namen enthalten, hieß es.

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Ohne den konkreten Fall bewerten zu wollen, sagte der Sprecher der Datenschutzbehörde in Stuttgart, die firmeninterne Erhebung von Diagnosedaten sei unzulässig. Der stellvertretende Chef des Bremer Mercedes-Betriebsrats, Jürgen Coors, äußerte die Hoffnung, dass sich der Vorgang „nicht in anderen Bereichen wiederholt hat oder wiederholen wird“. Es sei zwar natürlich, dass genesene Kranke bei gutem Verhältnis zu ihrem Meister mitteilen, „was man gehabt hat“; es sei aber „absolut nicht in Ordnung“, dass dies so detailliert aufgelistet worden sei – vermutlich, damit es bei häufigeren Fehlzeiten „irgendwann zum Nachteil gereichen soll“.

Die IG Metall äußerte sich empört über die Affäre. „Das Unternehmen zerstört Vertrauen“, sagte der Bremer Gewerkschaftsbevollmächtigte Dieter Reinken und fügte hinzu: „Betriebliche Gesundheitsförderung geht auch ohne systematische Erfassung von Krankheitsdaten.“ Bereits Anfang Januar hatte die baden-württembergische Datenschutzbehörde beanstandet, dass Daimler im Werk Untertürkheim teilweise konkrete Krankheitsdiagnosen erhoben und mitunter sensible Daten auch aus dem reinen Privatbereich an einem runden Tisch erörtert habe. Auch damals hatte der Konzern von einem Einzelfall gesprochen.

Die Datenschutzbehörde prüft jetzt auch, ob die Fälle in Untertürkheim und Bremen zusammenhängen. Ein Konzernsprecher bestätigte, dass das Daimler-Gesundheitsmanagement in Bremen – und ähnlich auch in anderen Werken – einen datenschutzkonformen „standardisierten Meldeprozess“ installiert habe. Dazu gehöre auch ein „Rückkehrgespräch“ von Vorgesetzten mit genesenen Mitarbeitern, um zum Beispiel festzustellen, ob sie bestimmte Arbeiten weiter ausführen könnten. Außerdem werde beobachtet, ob sich in bestimmten Abteilungen Krankheiten wie etwa Rückenschmerzen häuften.

von Eckhard Stengel