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Wirtschaft Conti streicht Jobs im Zuliefergeschäft
Nachrichten Wirtschaft Conti streicht Jobs im Zuliefergeschäft
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23:58 05.06.2009
Von Lars Ruzic
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Bei Conti stehen weitere Jobs auf dem Spiel. Quelle: Rainer Surrey
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Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wolle man möglichst vermeiden, sagte eine Sprecherin. Es sei nötig, die Kapazitäten den rapide gesunkenen Auftragsmengen anzupassen.

In diesen Tagen beginnen die Gespräche auf Werksebene darüber, wie die Einsparungen erreicht werden können. Gesamtbetriebsratschef Hans Fischl sieht ausreichend Möglichkeiten, um die Pläne sozialverträglich umzusetzen. Das reiche von einer vollen Ausnutzung der jüngst vom Bund auf 24 Monate verlängerten Kurzarbeit bis zu Abfindungen, Altersteilzeit und internen Versetzungen. Er warnte vor einem Aderlass bei den Spezialisten. „Die Fachleute bekommt man nicht zurück.“

Die internen Versetzungen sind auch vom Konzern gewollt. Vor allem Ingenieure würden an manch anderer Stelle händeringend gesucht, heißt es. Ohnehin will Conti im Zuge der Umstrukturierungen die Aufgaben zwischen den Zulieferstandorten umverteilen und neu bündeln. Durch die Übernahme von VDO waren eine Vielzahl von Werken hinzugekommen, es gab Doppelzuständigkeiten, die bis heute nicht komplett abgestellt sind. Eine Umorganisation bringe zudem immer einen „Verlagerungsschlupf“ mit sich, erläuterte Fischl. Mit anderen Worten: Nach dem Umbau sind in Summe weniger Beschäftigte als vorher an Bord.

Dass durch die Neuverteilung das eine oder andere der – vornehmlich in der Südhälfte Deutschlands beheimateten – Werke wegfallen könnte, will im Konzern niemand ausschließen. Conti-Chef Karl-Thomas Neumann hatte bereits vor einem Jahr klargemacht, dass das von ihm betreute Zuliefergeschäft zu viele Standorte habe. Jüngst auf der Hauptversammlung machte er deutlich, dass „das Haus Conti“ in der Krise zu groß geworden sei – und kündigte weitere Streichungen an. Den größten Sanierungsbedarf hat die Sparte Powertrain, die Produkte rund um den Antriebsstrang anbietet. Sie schreibt tiefrote Zahlen und ist von der aktuellen Krise besonders betroffen. In Arbeitnehmerkreisen wird damit gerechnet, dass hier die meisten Jobs wegfallen könnten.

Nach absoluten Zahlen dürfte Regensburg – früher VDO-Zentrale und mit 6000 Beschäftigten heute größter Einzelstandort von Continental – am härtesten betroffen sein. Fischl rechnet mit rund 600 wegfallenden Stellen. Das größte niedersächsische Werk der Automotive Gruppe, der Bremssattel-Standort Gifhorn mit seinen 1700 Beschäftigten, komme bis zum Jahresende zunächst mit Kurzarbeit über die Runden, sagte die Sprecherin.