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Wirtschaft Topmanager von Nissan in Japan festgenommen
Nachrichten Wirtschaft Topmanager von Nissan in Japan festgenommen
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14:33 19.11.2018
Carlos Ghosn galt beim französischen Autobauer Renault bisher als unverzichtbar. Quelle: imago/IP3press
Tokio

Nissans Verwaltungsratschef Carlos Ghosn ist wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs festgenommen worden. Er sei am Montag nach einer Befragung der Staatsanwaltschaft in Tokio in Gewahrsam genommen worden, berichtete der japanische Fernsehsender NHK. Nissan bestätigte die Festnahme. Die Staatsanwälte bestätigten das zunächst nicht. Zuvor hatte der Autobauer angekündigt, sich wegen einer falschen Einkommenserklärung von Ghosn zu trennen.

Diese und weitere Verfehlungen seien bei monatelangen internen Untersuchungen festgestellt worden, teilte der drittgrößte japanische Autohersteller mit. Das Unternehmen bitte seine Aktionäre um Entschuldigung.

Der Fall hat Auswirkungen über die Grenzen Japans hinaus: Nissan ist in einer Allianz mit dem französischen Autokonzern Renault sowie mit Mitsubishi verbunden. Der 64-jährige und in Brasilien geborene Ghosn gilt als Retter Nissans vor dem Bankrott. Zeitweise war er gleichzeitig Chef von Nissan und Renault. Seit 2016 ist er auch noch Vorstandschef von Mitsubishi. Die Nissan-Renault-Mitsubishi-Gruppe ist mit zehn Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr eine der größten Auto-Allianzen der Welt.

Interne Untersuchungen sollen von Whistleblower angestoßen worden sein

Nissan teilte mit, die interne Untersuchung gegen Ghosn sei von einem Whistleblower angestoßen worden. Ghosn habe über Jahre inkorrekte Angaben über sein Einkommen gemacht. Konzernpräsident Hiroto Saikawa wolle dem Aufsichtsrat vorschlagen, Ghosn von seinem Posten zu entheben.

Japanische Medien berichteten, Ghosn sei von Staatsanwälten zu dem Verdacht befragt worden, umgerechnet Millionen von Euro an Einkommen nicht deklariert zu haben. Ghosn habe sich freiwillig der Befragung gestellt, berichtete die Zeitung „Asahi“.

Renault äußerte sich zunächst nicht dazu. Die Berichte sorgten aber dafür, dass die Renault-Aktie am Montag im frühen Handel zeitweise um 14 Prozent auf unter 56 Euro abstürzte. Den japanischen Aktienhandel erreichte die Nachricht am Montag erst nach Börsenschluss.

Ghosn lenkte die Strategie des Konzerns

Carlos Ghosn galt beim französischen Autobauer Renault bisher als unverzichtbar. Erst zu Beginn des Jahres bekam der in Brasilien geborene Vorstandschef eine Vertragsverlängerung bis 2022.

Die Hauptaufgaben des 64-Jährigen mit Wurzeln im Libanon: die Strategie des Konzerns lenken, einen Nachfolge-Plan vorantreiben und die komplexe Allianz mit den japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi absichern. Ghosn ist bisher insbesondere für dieses globale Bündnis der Dreh- und Angelpunkt.

Doch nun wurden in Japan schwere Vorwürfe gegen den als „Kostenkiller“ bekannten Top-Manager laut. Bei Nissan wird er als Verwaltungsratschef wegen des Verstoßes gegen japanische Finanzregeln sowie Veruntreuung zum Rückzug gedrängt. Laut übereinstimmenden Medienberichten wurde Ghosn von Ermittlern festgenommen.

Nissan kennt Ghosn, der sieben Sprachen sprechen soll, bestens. 1999, also vor knapp 20 Jahren, managte er den Einstieg von Renault bei dem japanischen Autobauer. Das Unternehmen hatte damals große finanzielle Schwierigkeiten und schlug dann einen Sanierungskurs ein. Die Konzerne sind durch Überkreuz-Beteiligungen miteinander verbunden.

Ghosn akzeptierte Kürzung seines Gehalts um 30 Prozent

Bei Renault übernahm Ghosn dann 2005 den Chefposten von Vorgänger Louis Schweitzer. Sein Umbauplan führte in Frankreich zu viel Widerspruch. Der französische Staat hat bei dem Unternehmen immer noch gewichtigen Einfluss, er hält 15 Prozent der Anteile.

Mit der jüngsten Vertragsverlängerung akzeptierte Ghosn, dass sein Gehalt um 30 Prozent gekürzt wird. Der Manager selbst begründete dies damit, dass er die Steuerung des operativen Geschäfts abgebe.

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagte seinerzeit jedoch in einem Interview: „Ich habe Herrn Ghosn sehr klar gesagt, dass wir nicht für einen Chef stimmen können, der eine so hohe Vergütung bekommt.“

Ghosns Gehalt war in der Vergangenheit immer wieder Anlass zu Reibereien mit der Regierung in Paris gewesen. Die Nachrichtenagentur AFP zitierte am Montag eine Expertenschätzung, wonach Ghosn im vergangenen Jahr an der Spitze der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz rund 13 Millionen Euro erhalten habe.

Von RND/AP/ngo

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