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Wirtschaft 10000 Stellen bedroht: Es geht nicht nur um Daimler
Nachrichten Wirtschaft 10000 Stellen bedroht: Es geht nicht nur um Daimler
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15:40 18.04.2019
Bei Daimler sollen 10000 Stellen wegfallen. Quelle: dpa
München

Die deutsche Automobil-Industrie durchlebt eine Transformation mit ungewissem Ausgang. Fest steht nur, dass wegen der Digitalisierung und dem Schwerpunkt auf klimaschonende Fahrzeuge künftig weniger Arbeiter benötigt werden. Das gilt auch für Daimler, wo nach dem Willen des künftigen Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius mittelfristig bis zu 10000 Stellen wegfallen sollen, wie er dem Manager-Magazin sagte.

Einen Zeitraum dafür nannte Källenius allerdings nicht. Er betonte lediglich, dass der Stellenabbau sozialverträglich gestaltet werden soll, indem frei werdende Stellen nicht neu besetzt werden. Zugleich kündigte Källenius an, mehr Softwareentwickler einzustellen.

Die Transformation kostet Arbeitsplätze

Der Stellenabbbau geht mit Källenius’ Plan einher, Daimler bis 2040 zu einem CO2-freien Unternehmen zu machen. Sowohl Werke als auch Fahrzeuge sollen bis dahin in Summe keine Treibhausgase mehr ausstoßen – was Källenius in mehreren Schritten erreichen will, wie er dem Manager-Magazin sagte. Der gebürtige Schwede soll am 22. Mai die Nachfolge des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche antreten.

Im Zuge der Umorientierung auf klimaschonende Fahrzeuge kommt es derzeit bei vielen Autobauern zu Stellenkürzungen. Einerseits haben sich Unternehmen wie Volkswagen einen Sparkurs verordnet, um die Transformation zu bewältigen.

Auch zeichnet sich Studien zufolge ab, dass bei der Produktion von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen schlicht weniger Arbeitskräfte benötigt werden. 75000 Arbeitsplätze in der Automobilindustrie könnten deshalb langfristig wegfallen, hat das Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation errechnet.

Widerstand wächst

Entsprechend heftig ist Widerstand bei einem Teil der Arbeitnehmer in der Automobilindustrie. Denn die Kürzungen treffen nicht nur die großen Autobauer selbst, sondern auch die Zulieferer. Bei Bosch in Bamberg gingen deshalb kürzlich 3000 Beschäftigte auf die Straße, um für ihre Arbeitsplätze zu demonstrieren.

Es dürfe „nicht alles auf Elektrifizierung“ gesetzt werden, erklärte damals Bosch-Betriebsratschef Mario Gutmann. In dem Werk in Oberfranken machen Teile für Verbrennungsmotoren weit mehr als die Hälfte der Fertigung aus. Gutmann forderte deshalb, klimaverträglichen Verbrennungsmotoren eine Chance zu geben.

Inwiefern solche überhaupt realistisch sind, ist unter Experten aber umstritten.

Von RND/hö

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