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Nachrichten Wirtschaft Bahn macht eine Frau zur Technik-Chefin
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00:15 25.07.2013
Bei der Bahn läuft es an vielen Ecken nicht rund – auch weil bestellte Züge fehlen und somit Reservekapazitäten.
Bei der Bahn läuft es an vielen Ecken nicht rund – auch weil bestellte Züge fehlen und somit Reservekapazitäten. Quelle: dpa
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Berlin

Zuvor arbeitete die Maschinenbauerin unter anderem bei Daimler und Tognum (vormals MTU Friedrichshafen).

Auf die neue Vorstandsfrau der Bahn warten massive Probleme. Die Zugflotte gilt als zum Teil als veraltetet und störanfällig. Mit der Bahnindustrie liegt der Konzern wegen mängelbehafteter und verspäteter Lieferungen von ICE-und IC-Zügen, Regional- und S-Bahnen seit Jahren im Zwist. Allein vom größten Hersteller Bombardier fordert Bahn-Chef Rüdiger Grube inzwischen in mehreren Verfahren mehr als 500 Millionen Euro Schadenersatz. Zudem gilt die langwierige behördliche Zulassung von Zügen als schwieriges, auch politisch vermintes Problemfeld.

Mit der Berufung von Hanagarth dreht der Bahn-Aufsichtsrat unter Leitung von Utz-Hellmuth Felcht das Rad zurück und trennt die Ressorts Technik und Infrastruktur wieder. Seit Anfang 2010 leitete der frühere Siemens-Manager Volker Kefer beide Bereiche – er galt als mächtigster Vorstand und möglicher Nachfolger Grubes. Doch mit den Problemen bei der Zugflotte und den erneuten Kostenexplosionen bei teuren Bahnprojekten wie Stuttgart 21 wuchs auch intern die Kritik an ihm.

Unzufriedenheit im Konzern ist groß

Bereits Mitte Juni hatte der Aufsichtsrat beschlossen, wieder einen eigenen Technik-Vorstand zu berufen. Das wurde von Beobachtern als Entmachtung Kefers gewertet. Künftig soll der Manager im Konzern nur noch für die Bereiche Infrastruktur und Dienstleistungen zuständig sein. Angesichts der Kosten- und Terminprobleme allein bei Stuttgart 21 werde Kefer damit mehr als genug zu tun haben, hieß es im Unternehmen.

Die Nachfolge-Suche gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet, zumal die Bahn-Spitze ausdrücklich eine weibliche Kollegin wünschte. Auch im größten deutschen Staatskonzern war ganz oben seit Jahren keine Frau zu finden, obwohl die Bundesregierung sich regelmäßig für mehr feminine Kompetenz in den Unternehmen ausspricht.

Ob die BMW-Managerin die neue Aufgabe meistern kann, wird sich rasch zeigen. Denn die Unzufriedenheit im Konzern über die Techniksparte ist groß, die vor allem eine einsatzfähige und ausreichende Zugflotte sichern soll. Nach Ansicht von Beobachtern ging Vorgänger Kefer mit der unzuverlässigen Industrie viel zu nachsichtig um, besonders im Hinblick auf Schadenersatzforderungen und neue Aufträge. „Da fehlen Biss und harte Konsequenzen“, hieß es.

So musste Kefers früherer Arbeitgeber Siemens bereits wiederholt einräumen, dass 16 bestellte ICE-Züge noch später an die Bahn geliefert werden. Nun könnte es erst im Frühjahr 2014 soweit sein – dabei sollten die rotweißen Flitzer schon seit Ende 2011 im Einsatz sein. So fehlen weiter Reservezüge, die nötig wären, um weitere Chaostage im deutschen Schienenverkehr zu verhindern.

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