Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Autoversicherer heben Prämien an
Nachrichten Wirtschaft Autoversicherer heben Prämien an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:01 19.04.2012
Von Albrecht Scheuermann
Foto: Autofahrer müssen bald mit höheren Versicherungskosten rechnen.
Autofahrer müssen bald mit höheren Versicherungskosten rechnen. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Die Versicherrungen klagen schon länger über eine auseinandergehende Schere zwischen Beitragseinnahmen und Leistungen. In dem Geschäft lasse sich im Schnitt kein Geld verdienen, doch das soll sich ändern. Schon 2011 kam es zu einem deutlichen Einnahmenanstieg.

Der Chef der Versicherungsgruppe Hannover (VGH), Robert Pohlhausen, beim Branchenverband GDV für den Bereich Schaden- und Unfallversicherung zuständig, berichtete am Mittwoch in Berlin über weiterhin tiefrote Zahlen. Schuld sei der Preiswettbewerb bei zugleich höheren Schäden. Das sogenannte versicherungstechnische Ergebnis blieb mit minus 1,6 Milliarden Euro tiefrot. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote, also das Verhältnis von Schäden und Verwaltungsaufwendungen zu den Beitragseinnahmen, verschlechterte sich von 107,4 auf 108 Prozent. Demnach kommen auf 100 Euro Prämien 108 Euro an Ausgaben für Versicherungsschäden und Verwaltung.

Besonders trübe sieht es nach Verbandsangaben in der Kfz-Vollkaskoversicherung aus mit einer Schaden-Kosten-Quote von 115 Prozent. Stark defizitär sei auch das Flottengeschäft mit Großkunden mit einer Quote von 114 Prozent.

Nach Angaben von Pohlhausen liegen die Prämien in der Autosparte wegen des intensiven Preiswettbewerbs auf dem Niveau der achtziger Jahre. Allerdings geht der Trend inzwischen deutlich nach oben. Dem GDV zufolge gab es vergangenes Jahr im Durchschnitt Preisanhebungen von 2 Prozent für Kfz-Haftpflichtverträge, bei Vollkasko betrug das Plus demnach 1,5 Prozent. Doch das soll noch nicht das Ende gewesen sein. Zum Jahreswechsel kam es marktweit erneut zu einer Verteuerung, und Pohlhausen kündigte weitere Prämienanhebungen an. „Die Preise dürften nochmals steigen“, sagte er im Hinblick auf den nächsten großen Wechseltermin 2012/13.

Insgesamt verbuchten die Versicherer 2011 im Autogeschäft in Deutschland Beitragseinnahmen von knapp 21 Milliarden Euro – und damit 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Leistungen kletterten der Verbandsstatistik zufolge um 2,1 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro. Die insgesamt 107 Millionen Verträge verteilen sich auf 59 Millionen Kfz-Haftpflicht-, 26 Millionen Vollkasko-, 18 Millionen Teilkasko- sowie 4 Millionen Flottenverträge.

Als weiteres Sorgenkind der Branche gilt die Wohngebäudeversicherung. Auch in diesem 5-Milliarden-Markt liegt die kombinierte Schaden-Kosten-Quote mit 108 Prozent deutlich über 100. Pohlhausen verwies unter anderem auf steigende Schäden durch Unwetter und Hochwasser.
Äußerst lukrativ für die Branche mit Quoten von rund 80 Prozent der Beitragseinnahmen sind dagegen die Hausrat- und die private Unfallversicherung. Auch die allgemeine Haftpflicht ist mit einem Verzehr von lediglich 89 Prozent der Einnahmen für Leistungen und Kosten für die Versicherungsunternehmen ein hübscher Gewinnbringer.

Lebensversicherungen sind gefragt

Die Deutschen stecken trotz sinkender Renditen mehr Geld in Lebensversicherungen. Im vergangenen Jahr nahm das Neugeschäft, gemessen an der Beitragssumme, um 6,9 Prozent zu. Bei Verträgen gegen laufenden Beitrag betrug das Plus sogar 8,3 Prozent. „Das gibt es sonst nur, wenn wieder irgendwelche steuerlichen Verschlechterungen drohen“, sagte Allianz-Leben-Chef Maximilian Zimmerer am Mittwoch in Berlin.

Im vergangenen Jahr hatte die Verzinsung des Sparanteils noch 4,2 Prozent betragen. „Sie wird sicherlich in absehbarer Zeit unter 4 Prozent fallen“, sagte Zimmerer, der im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Lebensversicherer vertritt. Die Branche drängt die Europäische Zentralbank zu einem raschen Ende ihrer Niedrigzinspolitik. Die Kosten dieser Strategie trügen die Altersvorsorgesparer, denn die Rendite sinke, während die Inflation steige, sagte GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen. Insgesamt rechnet der GDV in diesem Jahr wieder mit höheren Prämieneinnahmen. 2011 waren sie um 0,4 Prozent auf 178 Milliarden Euro gesunken. Dennoch sei man mit dem Geschäftsjahr insgesamt zufrieden, sagte Hoenen.

mit dpa

Wirtschaft Audi zahlt rund 800 Millionen Euro - VW-Konzernspitze genehmigt Ducati-Übernahme
Stefan Winter 19.04.2012
Jens Heitmann 21.04.2012