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Wirtschaft Argentiniens Präsidentin wirbt in Hannover für engere Wirtschaftskontakte
Nachrichten Wirtschaft Argentiniens Präsidentin wirbt in Hannover für engere Wirtschaftskontakte
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12:52 08.10.2010
Von Thorsten Fuchs
Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner
Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner Quelle: ap
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Zum Abschied noch ein Küsschen für Don Winterkorn. Linke Wange, rechte Wange, Lächeln. Streng betrachtet hatte Cristina Fernández de Kirchner am Donnerstagnachmittag in Hannovers bestem Hotel gar nicht viel zu tun. Den Vertrag über die Kooperation von VW mit der Universität Pacheco in Argentinien unterzeichneten schließlich der Bildungsminister Sileoni und der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn. Aber die Bühne im Klubraum 3 im Luisenhof gehörte zweifelsfrei ihr. Schon weil sie auch so hübsche Anekdoten zu erzählen wusste, zum Beispiel von ihrem ersten Besuch bei VW vor drei Jahren. Da saß sie im Flugzeug neben einem gewissen Christian Wulff. „Da war er noch Ministerpräsident und ich Senatorin – und jetzt sind wir beide Präsidenten.“ So kann es gehen.

Sollte es die argentinische Präsidentin belasten, dass ihr eine ganze Reihe deutscher Anleger wegen Argentiniens Schulden bei ihnen sehr, sehr gram sind, dann hat sie sich jedenfalls nichts anmerken lassen. Aber vielleicht hat Hannover ja auch einfach so eine entspannende Wirkung. Nach Stationen auf der Buchmesse in Frankfurt und bei der Kanzlerin in Berlin kam Cristina Kirchner Mittwochabend aus Anlass des Lateinamerika-Tages auf dem Messegelände in die Stadt. Das geplante Essen mit ihrer Delegation in der „Insel“ am Maschsee sagte sie dann zwar noch sehr kurzfristig ab, was Chef Norbert Schu bemerkenswert entspannt hinnahm. Nach einer Nacht im Luisenhof aber sah Frau Kirchner dann doch noch etwas von der Stadt. Von der Luisenstraße bummelte sie hinüber zur Parfümerie Liebe, wo der modebewussten Präsidentin einige Stücke sehr gefallen haben sollen.

Nach dem erfreulichen Termin am Nachmittag mit Don Winterkorn, dessen Unternehmen 2,5 Millionen Dollar für die Ingenieursausbildung in Pacheco spendet, ging es dann am Abend weiter nach Herrenhausen, zum Galadinner mit 300 Unternehmern und Politikern aus Lateinamerika und Deutschland im Galeriegebäude. Knappe Begrüßung mit dem neuen Ministerpräsidenten David McAllister, dann tischte die Schlossküche auf: Salat von heimischen Wildkräutern mit gebratenen Waldpilzen, Kürbisschaumsuppe, gefüllte Perlhuhnkeule und zum Abschluss eine Säule aus Blutorangenmousse.

Die Rede, die die Präsidentin dann noch vor dem Dessert und dem nächtlichen Rückflug nach Buenos Aires hielt, übertrug das argentinische Fernsehen in die Heimat. Den großen Auftritt in Hannover wollte man sich dort nicht entgehen lassen.