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Wolfsburg: IG Metall kritisiert Verkauf von Valmet an Finanzinvestor

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14:27 16.10.2020
Warnstreik bei Valmet Automotive in Wolfsburg: In den Jahren 2015 bis 2018 erkämpften sich die Beschäftigten einen Tarifvertrag – jetzt wird das Geschäft verkauft. Quelle: Roland Hermstein (Archiv)
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Wolfsburg

Die IG Metall fordert Zukunftssicherheit für die Beschäftigten von Valmet Engineering. Die rund 600 Mitarbeiter des Entwicklungsdienstleisters an den Standorten Wolfsburg, Bad Friedrichshall, Ingolstadt und München seien jetzt von der Geschäftsführung über den Verkauf an den Finanzinvestor Mutares informiert worden. „Das Gebaren bei der Übernahme wirkt hoffentlich nicht stilbildend für die künftige Unternehmensführung. Intransparenz ist kein guter Nährboden für Kreativität und gute Entwicklungsarbeit“, sagte Valmet-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michaela Städele.

Die Valmet-Beschäftigten verzichteten bei Entgelt und Zusatzleistungen

Im Juni 2018 hatte das Management der Valmet Engineering einen Haustarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen. Dabei hatten Beschäftigten – in Wolfsburg sind es aktuell rund 200 – als Beitrag zur Zukunftssicherung auf Essenszuschüsse verzichtet, einer Arbeitszeitflexibilisierung zugestimmt und die Entgelte bis 2021 eingefroren. „Wir erwarten, dass der neue Eigner Mutares Punkt für Punkt den Tarifvertrag einhält und umsetzt. Die Beschäftigten haben bei Entgelt und Zusatzleistungen eine Reihe Kröten schlucken müssen, um Investitionen zu ermöglichen. Jetzt erwarten sie zurecht eine Perspektive für ihre Arbeit und ihre Zukunft“, betonte Johannes Katzan von der IG Metall Bezirksleitung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die IG-Metall-Tarifkommission forderte das Unternehmen jetzt auf, das Unternehmenskonzept des neuen Eigners offenzulegen.

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Die Wolfsburger IG-Metall-Betriebsratsvorsitzende Katrin Bergien fordert, dass Zukunftsgarantien für die Beschäftigten abgeschlossen werden. „Wir haben in der Zeit von 2015 bis 2018 hart und erfolgreich für einen Tarifvertrag gekämpft“, so Bergien. Der Arbeitgeber habe verlauten lassen, erst in vier Wochen offen legen zu wollen, wie die Zukunft bei Valmet in Wolfsburg und den anderen Standorten aussehen soll. Die IG Metall-Unternehmensbeauftragte und Betriebsbetreuerin des Standortes Wolfsburg, Dorothea Katharina Ritter, erklärte: „Das nehmen wir nicht hin. Wir erwarten, dass der Arbeitgeber gesetzeskonform sofort und vollumfänglich die Betriebsräte und den Wirtschaftsausschuss informiert.“

Valmet will sich auf E-Mobilität und Elektrofahrzeuge konzentrieren

Flavio Benites, Erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Wolfsburg, ruft die Beschäftigten der Region zur Solidarität mit der Valmet-Belegschaft auf. „Die EDL-Branche ist wichtiger denn je für die Zukunft der Mobilität. Wir stehen geschlossen hinter den Kolleginnen und Kollegen von Valmet und fordern Konzepte für eine nachhaltige Beschäftigungssicherung am Standort.“

Valmet Automotive erklärte, dass sich das Unternehmen durch den Verkauf stärker auf E-Mobilität und Elektrofahrzeuge konzentrieren will. Das veräußerte Ingenieurdienstleistungsgeschäft umfasse die Bereiche Fahrzeugentwicklung, Elektrik/Elektronik, Simulations- und Testdienstleistungen sowie die Herstellung von Prototypen und Kleinserien. „Wir freuen uns, dass Engineering Services eine neue Heimat bei einem starken Investor gefunden hat, bei dem der Bereich eindeutig zum Kerngeschäft gehört und dort die Aufmerksamkeit und die Ressourcen erhält, die dieser für eine erfolgreiche Zukunft benötigt“, sagte Valmet-Chef Olaf Bongwald.

Erst im Juli hatte Valmet angekündigt, ein neues Entwicklungszentrum für rund 200 Beschäftigte im Gewerbegebiet Westrampe in Fallersleben zu bauen. „Laut aktueller Planung ist der Umzug in das neue Gebäude weiterhin vorgesehen“, sagte ein Valmet-Sprecher am Freitag.

Von der Redaktion