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Volkswagen Warnstreik bei VW: Deshalb legen die Gebäudereiniger ihre Arbeit nieder
Nachrichten Volkswagen Warnstreik bei VW: Deshalb legen die Gebäudereiniger ihre Arbeit nieder
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13:13 10.10.2019
Warnstreik: Die bei Fremdfirmen angestellten Gebäudereiniger legten ihre Arbeit im VW-Werk am Donnerstag erneut nieder. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

Im zähen Tarifkonflikt der Gebäudereiniger macht die Gewerkschaft IG BAU mit erneuten Warnstreiks Druck. Ab Donnerstag legten Beschäftigte bei Volkswagen in Wolfsburg sowie im nordhessischen VW-Werk Baunatal befristet die Arbeit nieder. An beiden Standorten sollen die Warnstreiks der bei Fremdfirmen Beschäftigten, die etwa die Restaurants und Dienstleister in Wolfsburg sowie Industriereinigung in Baunatal betreffen, bis Freitag andauern.

Bereits Ende September hatten die Gebäudereiniger in Wolfsburg schon mal ihre Arbeit niedergelegt.

Hier eine Bildergalerie zum Warnstreik:

Gebäudereiniger setzen ein Zeichen und streiken vor dem VW-Tor Ost in Wolfsburg.

„Wir konzentrieren uns bei unseren Streiks auf Schlüsselobjekte. VW gehört zweifelsohne dazu“, erklärte Eckhard Stoermer, Regionalleiter der IG BAU, vor Ort in Wolfsburg. Die Gewerkschaft konzentriere sich nach den jüngsten Warnstreiks an Flughäfen nun auf Industriebetriebe. Betroffen von Warnstreiks seien auch BMW in Dingolfing, Thyssenkrupp in Duisburg und Bayer in Berlin. Zu befristeten Arbeitsniederlegungen komme es ferner bei Siemens in Karlsruhe und Rastatt und beim Glashersteller Schott in Mainz, teilte die Gewerkschaft mit.

Verhandlungen festgefahren

Der Tarifkonflikt in der größten deutschen Handwerkssparte mit rund 650 000 Beschäftigten ist nach sechs Verhandlungsrunden festgefahren. „Die Situation hat sich seit den letzten Warnstreiks leider nicht verbessert. Manche Firmen versuchen sogar weiter mit neuen Arbeitsverträgen und dem Faktor Angst Einfluss zu nehmen und die bestehende Rechtslage zu unterlaufen“, so Stoermer.

Zuschläge für Teilzeitbeschäftigte als Streitthema

Konkret spielt er dabei auf das Recht von Teilzeitkräften auf Überstunden an, das der Bundesgerichtshof in einem Urteil festgestellt hatte. Weil die Arbeitgeber diese nicht zahlen wollten, hatten sie den Tarifvertrag aufgekündigt. Die IG BAU verlangt in den Gesprächen zum Rahmentarif neben diesen Zuschlägen unter anderem die Einführung eines Weihnachtsgelds, was die Arbeitgeber strikt ablehnen. „Dabei geht es uns nur um die Zusage. Die Höhe und der Zeitpunkt sind verhandelbar“, so Stoermer. Weiterhin wehrt sich die IG BAU mit ihren Streiks gegen das „Streichkonzert“ bei Feiertags- und Nachtzuschlägen. „Dort wollen die Arbeitgeber massiv kürzen“, so Stoermer.

Weitere Streiks in der nächsten Woche

Mit den Warnstreiks will die IG BAU Nadelstiche setzen. Die Warnstreiks an Flughäfen am Dienstag blieben allerdings ohne Folgen für Passagiere.„Wir hoffen, dass die Arbeitgeber zur Vernunft zurückkehren, sonst werden wir unsere Nadelstiche an Schlüsselobjekten weiter intensivieren“, kündigte Stoermer an. Weitere Aktionen seinen bereits für die nächste Woche vorgesehen.

Von Steffen Schmidt

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