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Volkswagen VW-Vorstand stellt sich den Aktionären
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21:32 26.04.2019
Aktionärstreffen: Vor einem Jahr sprach Herbert Diess als neuer Konzernchef bei der Hauptversammlung von Volkswagen auf dem Berliner Messegelände. Quelle: Archiv
Wolfsburg

Mit Milliardengewinnen und einem Rekordabsatz im Rücken stellen sich die VW-Vorstände bei der Hauptversammlung am 14. Mai in Berlin den Fragen der Aktionäre. Trotz starker Zahlen dürfte auch diesem Jahr der lange Schatten von „Dieselgate“ über dem Treffen der Anteilseigner liegen. Ex-Audi-Chef Rupert Stadler soll sogar die Entlastung verweigert werden.

Anklagen gegen Ex-Führungskräfte – Entlastung nicht geplant

Der 56-Jährige war im vergangenen Juni wegen Betrugsvorwürfen im Abgas-Skandal verhaftet worden und im Oktober aus dem Konzernvorstand ausgeschieden. „Wegen der noch andauernden Untersuchungen“ soll Stadler im Unterschied zu den anderen Vorstandsmitglieder nicht entlastet werden, wie aus der Einladung zur Hauptversammlung hervorgeht. Aber auch die Anklage gegen den früheren Konzernchef Martin Winterkorn durch die Staatsanwaltschaft Braunschweig unter anderem wegen schweren Betrugs dürfte es der VW-Führung schwer machen, das Thema Abgasskandal hinter sich zu lassen.

Zukunftsthemen Elektromobilität und Digitalisierung

Dabei will Konzernchef Herbert Diess die Hauptversammlung vor allem dazu nutzen, um bei den Aktionären für seine Strategie bei den Zukunftsthemen Elektromobilität und Digitalisierung zu werben. „In den nächsten fünf Jahren planen wir Investitionen von rund 30 Milliarden Euro in die Elektromobilität. Wir setzen auf das Elektroauto, weil es aus heutiger Sicht die beste und effizienteste Wahl für weniger CO2 im Verkehr ist“, wird der VW-Chef in der Einladung zitiert.

Kosten reduzieren, Milliarden investieren

Um die Milliarden-Investitionen für E-Mobilität und Digitalisierung zu stemmen, tritt VW auf die Kostenbremse. „Bei allen Marken laufen entsprechende Programme. Bentley, Audi und insbesondere auch die Kernmarke Volkswagen müssen wirtschaftlicher arbeiten“, so Diess. Bei der Marke Volkswagen gehe es vor allem darum, „die Zukunft aus eigener Kraft zu gestalten“. Allein im Wolfsburger Stammwerk will Diess bis 2020 die Produktivität um 25 Prozent erhöhen.

Dividende an Aktionäre liegt höher als im Vorjahr

Die Dividende, die Volkswagen seinen Aktionären vorschlägt, liegt mit 4,80 Euro je Stammaktie und 4,86 Euro für die stimmrechtslose Vorzugsaktie jeweils 90 Cent über dem Vorjahr. „Selbstverständlich sollen auch Sie als Anteilseigner vom Erfolg profitieren“, betont Diess.

Aufsichtsräte sind zu wählen

Die Hauptversammlung soll außerdem die Aufsichtsräte Hessa Sultan Al-Jaber (Katar), Hans Michel Piëch und Ferdinand Oliver Porsche für eine weitere Amtszeit in das VW-Kontrollgremium wählen. Dabei will VW für den größten Einzelaktionär Hans Michel Piëch, einen Bruder des Ex-VW-Patriarchen Ferdinand Piëch, eine Ausnahme machen. Normalerweise sollen Aufsichtsräte bei VW mit 75 Jahren aus dem Kontrollgremium ausscheiden. Hans Michel Piëch, inzwischen 77 Jahre alt, verfüge aber „über besondere Erfahrungen und Kenntnisse auf den Geschäftsfeldern der Gesellschaft, die er nach Überzeugung des Aufsichtsrats auch zukünftig im Interesse und zum Wohl der Gesellschaft einbringen wird“.

Stimmrechte für VW-Belegschaftsaktionäre

Die Gemeinschaft der VW-Belegschaftsaktionäre (GVB) bittet alle Aktionäre, die nicht selbst zur Hauptversammlung fahren, ihre Stimmrechte nicht verfallen zu lassen, sondern der GVB zu übertragen.

„Die Gemeinschaft der VW-Belegschaftsaktionäre versteht sich als Sprachrohr der Belegschaft auf den Volkswagen-Hauptversammlungen. Je mehr Stimmrechte wir vertreten, desto größer ist unser Gewicht als ihre Vertretung“, so der GVB-Vorsitzende Gerd Kuhlmeyer. Auf der Hauptversammlung werde sich die GVB für eine Fortführung und Weiterentwicklung der Beschäftigungssicherung einsetzen sowie zu aktuellen Entwicklungen Stellung beziehen und dabei insbesondere die Interessen der aktiven und ehemaligen Beschäftigten vertreten.

Die Stimmrechtsübertragung auf die GVB muss schriftlich erfolgen. Die Belegschaftsaktionäre, die ihr Depot bei der DAB-Bank haben, können dazu das Schreiben der DAB-Bank nutzen. In diesem Fall muss das ausgefüllte Formular bis zum 6. Mai der DAB Bank vorliegen.

Belegschaftsaktionäre, die ihr Depot bei einem anderen Institut haben, müssen eine Eintrittskarte anfordern und können dann auf der Rückseite der Eintrittskarte ihre Stimmrechte der GVB übertragen. Die Eintrittskarte ist der GVB bis zum 10. Mai zuzuleiten, entweder persönlich einem GVB-Vertreter zu übergeben oder an nachfolgende Adresse zu senden: Gemeinschaft der VW-Belegschaftsaktionäre e.V., Brieffach 1552, 38436 Wolfsburg.

„Wir freuen uns auch, wenn wir – wie in den vergangenen Jahren häufig geschehen – die Stimmrechte von sogenannten freien Volkswagen-Aktionären übertragen bekommen, das heißt die keine VW-Beschäftigten sind oder waren“, betonte Kuhlmeyer.

Weitere Informationen zur GVB gibt es im Internet unter gvb.volkswagen.de.

Von Florian Heintz

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