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VW-Kraftwerk: Wolfsburgs Wahrzeichen läuft jetzt mit Erdgas

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12:42 09.01.2022
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VW; Volkswagen; Wolfsburg, Kraftwerk VW; Volkswagen; Wolfsburg, Kraftwerk Quelle: Britta Schulze
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Wolfsburg

Nun wird Gas gegeben: Die Modernisierung des Volkswagen Heizkraftwerks Nord/Süd ist abgeschlossen. Seit dem 27. Dezember läuft die neue Gas- und Dampfturbinenanlage im Wolfsburger Wahrzeichen im kommerziellen Dauerbetrieb. „Wir sind überglücklich, dieses doch sehr anspruchsvolle Projekt erfolgreich gemeistert zu haben“, sagt Matthias Barkowski, technischer Geschäftsführer der VW Kraftwerk GmbH. Die Inbetriebnahme bezeichnet er als Meilenstein in der Geschichte der Energieversorgung von Volkswagen und der Stadt Wolfsburg.

Ein Blick ins Innere eines Wolfsburger Wahrzeichens.

Rainer Fessel, Werkleiter Standort Wolfsburg, ergänzt: „Seit mehr als 50 Jahren prägen die vier Schornsteine des Kraftwerks am Mittellandkanal das Stammwerk von Volkswagen und die Stadt Wolfsburg. Mit der Strom- und Wärmeversorgung durch eigene Kraftwerkanlagen sind das Werk und die Stadt aber nicht nur optisch untrennbar verbunden. Die Modernisierung auf Gas- und Dampfturbinen führt diese Verbindung fort und ist gleichzeitig ein wichtiger Baustein zur CO2-Neutralität in der Zukunft.“

60 Prozent weniger Emissionen

Durch die Umstellung von Kohle auf Erdgas werden die CO2-Emissionen in der Strom- und Wärmeerzeugung künftig deutlich niedriger ausfallen. Nach der Fertigstellung der Gas- und Dampfturbinenanlage des Heizkraftwerks Wolfsburg West, das sich gerade noch im Bau befindet und voraussichtlich zum Jahresende 2022 in Betrieb gehen wird, werden dauerhaft etwa 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr eingespart.

Matthias Barkowski, technischer Geschäftsführer der VW Kraftwerk GmbH, im Heizkraftwerk. Quelle: Volkswagen

Dies entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von etwa 870 000 Fahrzeugen – ein Rückgang von fast 60 Prozent im Vergleich zu den bisherigen Emissionen. Auch der Ausstoß an Schadstoffen wie Stickoxide, Kohlenmonoxide und Schwefeloxide wird sich um mehr als 60 Prozent verringern.

Matthias Barkowski und das Team der VW Kraftwerk GmbH blicken auf eine anspruchsvolle, aber auch spannende Bauzeit zurück: Vor mehr als drei Jahren begann die Baufeldfreimachung. Teile des alten Gebäudes sind entkernt worden. Alte Anlagenteile wurden zurück gebaut. Kurios dabei: „Den kompletten Rohbau haben wir mit dem über 80 Jahre alten Maschinenhauskran gestemmt. Das ist robuste Technik“, sagt Barkowski.

30 Kilometer Pipeline wurden gebaut

Es folgten unter anderem die Sanierung des Dachs, die Anlieferung der tonnenschweren Großkomponenten über den Hafen, der Bau von zwei neuen, 65 Meter hohen Schornsteinen und die Verlegung einer neuen, rund 30 Kilometer langen Gasleitung von Walle bei Braunschweig ins Werk. In diesem Sommer wurde dann die neue Gas- und Dampfturbinenanlage erstmals testweise gezündet. Trotz der Corona-Pandemie verzögerten sich die Arbeiten nur um wenige Monate.

Pumpen und Wärmetauscher für das Anti-Icing-System: Es verhindert das Einfrieren der Luftfilter der Gasturbinenluftansaugung bei schlechter Witterung. Quelle: Volkswagen

Doch die aktuellen Umbauarbeiten sind für die VW Kraftwerk GmbH nur ein Zwischenschritt. Barkowski: „Wir befinden uns auf dem Weg zur CO2-Neutralität. Das ist unser Auftrag.“ Mit Blick auf die Versorgungssicherheit des Werks und der Stadt Wolfsburg gebe es aktuell zwar keine klimaschonendere Alternative zu Erdgas. „Wir prüfen aber schon heute Maßnahmen, um den CO2-Ausstoß in Zukunft weiter zu senken.“ So ist die Pipeline beispielsweise schon jetzt auch für den Transport von Wasserstoff ausgelegt.

Komplett abgeschlossen wird die Umstellung auf Erdgas Ende 2022 mit der Fertigstellung der Gas- und Dampfturbinenanlage im Heizkraftwerk West sein. Barkowski: „Mit dem Baufortschritt sind wir zufrieden. Schon jetzt sind wichtige Teilsysteme fertiggestellt.“ Das erste Testzünden der Gas- und Dampfturbinenanlage ist für den Frühsommer geplant. Und auch im Heizkraftwerk Nord/Süd wird es in diesem Jahr noch Bauarbeiten geben. Es werden noch zwei Heizwasserkessel als Spitzen- und Reservelastkessel errichtet.

Von der Redaktion