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Volkswagen VW-Aufsichtsratschef Pötsch: Guter Autogipfel, aber beim E-Ladenetz nacharbeiten
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VW-Aufsichtsratschef Pötsch lobt guten Autogipfel

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15:42 12.09.2020
Nacharbeiten beim E-Ladenetz: Hans Dieter Pötsch sieht Handlungsbedarf. Quelle: VW (Archiv)
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Wolfsburg

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sieht die Beschlüsse des jüngsten „Autogipfels“ als entscheidenden Beitrag, um die Branche im harten Strukturwandel zu unterstützen. Dass keine weiteren direkten Hilfen wie etwa ergänzende Kaufprämien vereinbart wurden, sei kein großer Wermutstropfen, sagte der oberste Kontrolleur des Volkswagen-Konzerns der Deutschen Presse-Agentur.

„Es ist richtig, dass man sich nun erst einmal den grundlegenden Themen gewidmet hat.“ Der generelle Umbruch in der deutschen Autoindustrie hin zu digitaler Vernetzung und alternativen Antrieben erfordere noch viel Anstrengung, betonte Pötsch - und klarere Vorgaben der Politik.

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„Zusammenführen“ von strukturellen und kurzfristigen Hilfen

Wegen der eingebrochenen Nachfrage in der Corona-Krise sucht die Branche händeringend nach Möglichkeiten, Fahrzeuge aus ihren vollen Lagern abzuverkaufen. Die bei den Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Juni auf den Weg gebrachten, erweiterten Zuschüsse beim Kauf von Elektro- oder Hybridautos entfalteten jetzt noch ihre Wirkung, meinte Pötsch. Für die nächste Runde zwischen Bund, Ländern, Unternehmen und Gewerkschaften im November rechne er dann wieder mit einem „Zusammenführen“ von strukturellen und kurzfristigen Hilfen. Bisher gelten die Zuschüsse nicht für moderne Benziner oder Diesel.

Am vergangenen Dienstag hatten die Teilnehmer des Spitzentreffens vor allem langfristige Pläne diskutiert. In Not geratenen Zulieferern soll möglicherweise ein neuer Fonds frisches Kapital zuschießen - die Finanzierung ist aber noch ungeklärt. Formuliert wurden außerdem neue, ehrgeizige Ziele für Datenanwendungen und das autonome Fahren.

Deutschland hat noch kein hinreichendes E-Ladenetz

Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos sollen Hersteller der Politik künftig laufend über den aktuellen Stand Bericht erstatten. Pötsch sagte, insgesamt empfinde er die Debatte zum Thema nach wie vor als zu zögerlich: „Da muss man nacharbeiten. Wir sind noch weit davon entfernt, in Deutschland ein hinreichendes Ladenetz zu haben. Hier gilt es insbesondere, die beabsichtigte Förderung des privaten Ladens mit Nachdruck voranzutreiben.“ Die Installation von Ladepunkten stößt noch auf Hindernisse, etwa im Mietrecht.

„Sehr positiv“ sei für ihn dagegen, dass die Standardisierung der verschiedenen Bezahlsysteme beim Aufladen nun vorankommen soll. „Das ist für viele Kunden entscheidend“, glaubt Pötsch. Mehrere Ladekarten und parallele Abrechnungsarten seien zu umständlich für den Alltag.

Regelbetrieb beim autonomen Fahren schon ab 2022

Beim autonomen Fahren hält der VW-Chefaufseher das Ziel eines Regelbetriebs schon ab 2022 - wie im Ergebnispapier des „Autogipfels“ festgehalten - für durchaus realistisch. Er erwartet jedoch, dass die Umsetzung in kleinen Schritten kommt. Zunächst werde dies wohl eher nur in verkehrsberuhigten Zonen oder im Lieferverkehr gelingen.

Von der Redaktion