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Volkswagen Staatsanwaltschaft klagt VW-Testfahrer wegen fahrlässiger Tötung an
Nachrichten Volkswagen Staatsanwaltschaft klagt VW-Testfahrer wegen fahrlässiger Tötung an
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12:27 05.07.2019
VW-Prüfgelände in Ehra-Lessien: Nach einem tödlichen Unfall muss sich ein Testfahrer vor Gericht verantworten. Quelle: Archiv
Ehra-Lessien

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim klagt einen 33 Jahre alten VW-Testfahrer wegen fahrlässiger Tötung an. Der Mann soll am 11. Juli 2018 auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien bei hoher Geschwindigkeit einen Auffahrunfall mit tödlichem Ausgang verursacht haben.

Für den 31-jährigen Fahrer aus Wolfsburg kam jede Hilfe zu spät

Bei dem Unfall kam ein 31-jähriger Testfahrer des VW-Konzerns ums Leben. Der Mann war nach Angaben der Staatsanwaltschaft in einem VW Up mit langsamer Geschwindigkeit ganz rechts auf der Schnellbahnstrecke des Prüfgeländes unterwegs. „Der Angeschuldigte fuhr einen VW Passat mit hoher Geschwindigkeit und hat das andere Fahrzeug aus nicht geklärter Ursache von hinten gerammt, obwohl er mehrere hundert Meter freie Sicht hatte“, sagte Oberstaatsanwalt Christian Gottfriedsen. Der Kleinwagen wurde durch den Zusammenstoß komplett zerstört. Für den 31-jährigen Fahrer aus Wolfsburg kam jede Hilfe zu spät.

Autos fahren mit hoher Geschwindigkeit auf Teststrecke

Laut einem Gutachter war der Passat mit einem Tempo von 170 bis 180 km/h unterwegs, was nicht unüblich für die 21 Kilometer lange Schnellbahnstrecke ist. Dort stellte Bugatti im Jahr 2010 mit dem Veyron 16.4 den Geschwindigkeitsweltrekord für Serienfahrzeuge auf – der Supersportwagen brachte es auf 431 km/h.

Fahrer hat keine Erinnerungen an den Unfall

Die Gründe für den Unfall bleiben auch nach einjähriger Ermittlungsarbeit rätselhaft. „Der Angeschuldigte kann es sich nicht erklären und hat keine Erinnerungen an den Unfall“, so Gottfriedsen. Der Testfahrer in Diensten der VW-Tochtergesellschaft Volkswagen Group Services sei nach dem Unfall zur Behandlung ins Klinikum gebracht worden. Möglicherweise seien die Erinnerungslücken des Unfallverursachers auf Verletzungen zurückzuführen.

Keine Anhaltspunkte für technische Mängel

Auch die Sicherheitsvorschriften auf dem VW-Testgelände waren Gegenstand der Ermittlungen. Hinweise auf Verstöße fanden sich dabei nicht. „Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für technische Mängel der beteiligten Fahrzeuge“, sagte der Oberstaatsanwalt. Das Amtsgericht Gifhorn entscheidet nun über die Zulassung der Anklage. Bei einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

Sechs tödliche Unfälle seit 2004

VW testet auf dem unternehmenseigenen Gelände in Ehra-Lessien neue und aktuelle Modelle. Seit 2004 ereigneten sich auf der Teststrecke sechs tödliche Unfälle. Bei einem Unfall im Februar 2016 hatte ein 28-Jähriger vermutlich wegen Aquaplaning bei einem Überholmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und sich mit dem Pkw überschlagen. Der Testfahrer konnte nur noch tot geborgen werden. Im Sommer 2013 hatte sich ein ebenfalls 28 Jahre alter Mann bei einem Unfall tödliche Verletzungen zugezogen. Er von der Fahrbahn abgekommen und gegen mehrere Bäume geprallt.

VW erprobt Zukunftstechnologien

Derzeit erweitert Volkswagen sein Testgelände zur Entwicklung von Zukunftstechnologien und neuen Fahrerassistenzsystemen. Das Unternehmen investiert rund 8,5 Millionen Euro in den Bau neuer Teststrecken und Versuchsflächen.

Von Florian Heintz

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