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Volkswagen Sparkurs und SUVs erhöhen VW-Betriebsgewinn
Nachrichten Volkswagen Sparkurs und SUVs erhöhen VW-Betriebsgewinn
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20:00 19.12.2019
Jahresabschlussgespräch: VW-Geschäftsführer Ralf Brandstätter zog am Mittwochabend Bilanz. Quelle: Friso Gentsch
Wolfsburg

Die Kernmarke des VW-Konzerns schließt das auslaufende Jahr dank Sparkurs und guter SUV-Verkäufe mit einem deutlich höheren Betriebsgewinn ab. „In einem schrumpfenden Gesamtmarkt hat die Marke Volkswagen weltweit Marktanteile dazugewonnen und das operative Ergebnis wesentlich verbessert“, sagte Marken-Geschäftsführer Ralf Brandstätter am Mittwochabend in Wolfsburg im Rückblick auf das Jahr 2019.

Operatives Ergebnis und Umsatz steigen

Zur genauen Höhe des Ertrags machte er noch keine Angaben. 2018 hatte die Hauptsparte der VW-Gruppe vor Sondereinflüssen wie Rechtskosten für die Dieselaffäre 3,239 Milliarden Euro Gewinn im laufenden Geschäft eingefahren. Nach neun Monaten lag das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen allerdings schon bei 3,2 Milliarden Euro und damit rund 800 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau. Der Umsatz lag zu diesem Zeitpunkt fünf Prozent über dem Stand aus 2018.

Auslieferungsrekord wackelt

Zudem wackelt auch der historische Auslieferungsrekord aus 2018. Brandstätter erklärte, die Chancen stünden gut, im zu Ende gehenden Jahr auch bei den Verkäufen im Plus zu landen. 2018 waren es insgesamt 6 245 000 Fahrzeuge.

SUVs boomen

Zentral für diese Erfolge seien die voranschreitende Restrukturierung des Kerngeschäfts inklusive der positiven Effekte aus dem Zukunftspakt, und dem Erfolgder weltweiten SUV-Offensive. Mittlerweile sei jeder dritte Volkswagen weltweit ein SUV. Ebenso wichtig waren die Ergebnisverbesserung in den Regionen und auch die WLTP-Umstellung habe man in diesem Jahr gut im Griff gehabt. 2018 hatte es wegen Verzögerungen bei der Umstellung erhebliche Probleme gegeben.

Volkswagen hält an finanziellen Zielen fest

„Unsere Strategie greift. Unsere Fahrzeuge überzeugen und unsere konsequente Kosten- und Investitionsdisziplin macht sich positiv bemerkbar. Deshalb bestätigen wir in schwierigem Marktumfeld unser Ziel von vier bis fünf Prozent Rendite für das Gesamtjahr 2019“, kündigte Finanzvorstand Arno Antlitz an. Auch die finanziellen Ziele für die Zukunft gelten weiterhin. In den ersten Jahren würden die hohen Kosten für die E-Offensive zwar etwas auf die Rendite drücken. „Mittelfristig wollen wir aber auch auf dem Ast sitzen“, sagte Antlitz. Spätestens ab 2025 soll die Elektromobilität dann auch kräftig Gewinne bringen. Mit dem MEB-Baukasten sei man da auf einem guten Weg. So sind für 2022 bereits eine operative Rendite von mindestens sechs Prozent und ein Cash-Flow von mehr als zwei Milliarden Euro geplant.

Bei Zukunftspakt fest auf Kurs

Ein wichtiger Treiber der Gewinnentwicklung sind die Einsparungen durch den 2016 gestarteten Zukunftspakt. 2,6 der 3,0 Milliarden Euro an geplanten Kostensenkungen würden bis zum Ende dieses Jahres erreicht, sagte Antlitz. Ebenfalls darin vereinbart: Eine jährliche Erhöhung der Produktivität um 5 Prozent. Weltweit gesehen, liege man über diesem Ziel, die deutschen Werke würden allerdings hinterhinken. „Hier müssen wir in Zukunft noch viel stärker die hohen Produktionskosten durch Fortschritte bei der Produktivität ausgleichen“, sagte Antlitz.

Nicht nur Abbau, sondern auch Umbau

Könnten also noch mehr als die im Zukunftspakt vereinbarten 23 000 Stellen in Deutschland wegfallen? „Die Vorgaben stehen, und die müssen wir erfüllen“, sagte Antlitz. Die vereinbarten Effizienzziele werde man aber nicht erhöhen. Zudem bedeute der Zukunftspakt nicht nur Abbau, sondern auch Umbau. „5 Prozent Produktivitätssteigerung sind nicht gleich 5 Prozent Mitarbeiterabbau“, betonte der Finanzvorstand. Es gehe auch um die Verschlankung von Prozessen.

Digitale Transformation ist auf gutem Weg

Der Umbau des Unternehmens wird deshalb nun mit dem zweiten großen Programm nach dem Zukunftspakt, der „Roadmap digitale Transformation“ fortgesetzt. Parallel zur Stellenstreichung entstehen hier 9000 neue Jobs in Bereichen wie Digitalisierung und Softwareentwicklung – und das auch in Wolfsburg. Die jüngst gegründete Car.Software-Organisation wird auch in der VW-Heimatstadt einen Standort haben, wie Antlitz versicherte. Bei der Erweiterung der digitalen Fachkompetenz sei man auf einem guten Weg. „Von den anvisierten 9000 Mitarbeitern in Zukunftsthemen haben wir rund die Hälfte an Bord“, berichtete Antlitz. „Die andere Hälfte werden wir in den kommenden Monaten und Jahren zuführen.“

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