Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Volkswagen Arbeit in der VW-Entwicklung wird zeitlich entzerrt
Nachrichten Volkswagen Arbeit in der VW-Entwicklung wird zeitlich entzerrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:00 22.03.2020
Neuen Regelung zum Gesundheitsschutz: VW-Betriebsratskoordinator Gerardo Scarpino informiert die Beschäftigten in der TE. Quelle: Betriebsrat
Anzeige
Wolfsburg

“Was ist eigentlich mit uns?“ Diese Frage hatten sich nach Ankündigung des Produktionsstopps im Wolfsburger VW-Werk viele Beschäftgte aus der Technischen Entwicklung (TE) gestellt. Denn wer auf dem Prüfstand oder in den Werkstätten eingesetzt ist, kann seine Arbeit in Zeiten der Corona-Krise schließlich nicht mit ins Home-Office nehmen. Das gilt zum Beispiel auch für die Labore, für die Versuchswerkstätten – und etliche weitere Bereiche. Während die Fertigung aussetzt und viele Kollegen auf Home-Office umstellten, mussten sie trotz Corona weiter in den Werkstätten und Versuchslaboren der TE auf relativ engen Raum arbeiten. Auch der Betriebsrat schaltete sich ein. Am Freitag wurde nun eine Lösung gefunden.

Gleitzeit wird ausgedehnt

In Abstimmung mit dem Betriebsrat hat das Unternehmen für eine zeitliche und räumliche Entzerrung in der Abteilung gesorgt. So wird der Gleitzeitkorridor für Teile der Beschäftigten – der restliche Teil kann mobil arbeiten – von 6 bis 19 Uhr ausgedehnt. Ein Teil der Beschäftigten arbeitet also früher, die anderen später. Hinzu kommt, dass durch die Heimarbeit vieler Angestellter, auch deren Büros mitgenutzt werden können, und der Abstand zwischen den Kollegen so vergrößert werden kann. Die neue Regelung greift ab Montag.

Anzeige

„Gesundheitsschutz hat bei Volkswagen Priorität“, versicherte ein VW-Sprecher auf WAZ-Anfrage. Unabhängig von der neuesten Maßnahme habe man deshalb bereits vorher sichergestellt, dass für Beschäftigte mit besonderer gesundheitlicher Gefährdung aufgrund von Vorerkrankungen besonderer Schutz gelte und diese zu Hause können. Nun also der nächste Schritt.

Betriebsrat begrüßt die Maßnahme

Der Betriebsrat begrüßt die Maßnahme. Betriebsratskoordinator Gerardo Scarpino: „Ich würde in diesen Zeiten am liebsten alle nach Hause schicken. Aber das geht nun einmal nicht überall. Wir müssen unsere Arbeitsleistung erbringen. Die, die das im Home-Office machen können, für die freue ich mich.“ Für alle anderen müssten Lösungen her.

Kurzarbeit kommt in der TE nicht in Frage

Und diese Lösung könne in der TE nunmal nicht Kurzarbeit heißen. Denn für diese gelten klare gesetzliche Regeln. Während für die Beschäftigten aus der Produktion wegen Teilemangel und Auftragseinbrüchen Kurzarbeit infrage kommt, liegen diese wirtschaftlichen Gründe in der TE in der Regel nicht vor. Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist rein rechtlich kein Grund für Kurzarbeit. Die schnelle Maßnahme trägt nun auf andere Weise zum Schutz der VW-Arbeiter bei.

Lesen Sie auch:

Von Steffen Schmidt

Anzeige