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Planungsrunde: Volkswagen investiert 21 Milliarden in Niedersachsen 

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06:00 10.12.2021
Großer Gewinner: Volkswagen in Salzgitter bekommt nicht nur eine Batteriezellfertigung sondern dort werden auch sämtliche Batterieaktivitäten des Konzerns über eine neue Gesellschaft gebündelt.
Großer Gewinner: Volkswagen in Salzgitter bekommt nicht nur eine Batteriezellfertigung sondern dort werden auch sämtliche Batterieaktivitäten des Konzerns über eine neue Gesellschaft gebündelt. Quelle: Philipp Von Ditfurth
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Wolfsburg

Nicht nur der Standort Wolfsburg geht als klarer Gewinner aus der Planungsrunde bei Volkswagen. Insgesamt machen die Zukunftsinvestitionen mit 89 Milliarden Euro beziehungsweise 56 Prozent erstmals den größten Anteil der Gesamtinvestitionen aus. Allein an den niedersächsischen Standorten investiert der Konzern rund 21 Milliarden Euro.

Über den größten Brocken darf sich Salzgitter freuen. Der Standort wird weiter zum europäischen Batterie-Hub ausgebaut: Der Konzern investiert rund 2 Milliarden Euro, um ab 2025 in seiner niedersächsischen Gigafabrik Batteriezellen für das Volumensegment der Volkswagen Einheitszelle zu produzieren. Darüber hinaus werden Entwicklung, Planung und Produktionssteuerung der Batterieaktivitäten in Salzgitter gebündelt: Hierfür hat der Aufsichtsrat am Donnerstag die Gründung einer eigenen Gesellschaft genehmigt. Diese wird die batteriebezogenen Aktivitäten des Konzerns bündeln und perspektivisch die Beteiligung Dritter ermöglichen.

ID.Buzz wird auch als California-Version gebaut

Hannover wird mittelfristig vollständig elektrisch. Mit dem ersten Artemis-Fahrzeug wird das derzeit bedeutendste Zukunftsprojekt in Hannover angesiedelt, die Karosseriefertigung für ein neues Bentley-Modell wurde ebenfalls bestätigt. Zur Kompensation des Wegfalls des Porsche K1 wurde der Bau einer California-Version des ID.Buzz sowie einer großen Hybridvariante des neuen Multivan beschlossen. Mit den MOIA-Shuttles und dem ID. BUZZ AD bildet der Standort darüber hinaus die Speerspitze für das Autonome Fahren im Konzern.

In Hannover wird der neue Multivan bald auch als große Hybridversion gefertigt. Quelle: Julian Stratenschulte

Die deutschen Komponentenwerke setzen ihre 2015 eingeleitete Transformation hin zur E-Mobilität fort. Der Standort Hannover wird künftig neben Hardware für Ladeinfrastruktur auch Achsen für MEB-Modelle fertigen. In Braunschweig, Salzgitter und Kassel investiert der Konzern in den weiteren Ausbau der bestehenden MEB-Fertigung von Batteriesystem, Rotor/Stator und E-Motor. Zusätzlich bereiten sich die Standorte bereits auf die Fertigung wesentlicher Komponenten der SSP-Plattform vor.

Spanien wird elektrifiziert

In Emden wird der Umbau zur Elektromobilität fortgesetzt. Schon im nächsten Frühjahr läuft dort der ID.4 vom Band, ab 2023 bekommt das Werk dann mit dem Aero als Limousine und Variant sein eigenes E-Fahrzeug als Nachfolger des abgewanderten Passats. Für den Standort Osnabrück wurde vereinbart, ein künftiges Produktionsprogramm zu prüfen.

Darüber hinaus plant der Konzern weitere Investitionen in die E-Mobilität in Deutschland und Europa: In Leipzig etwa, wo sechs MEB-Modelle gebaut werden sollen, werden mit zwei Porsche-Modellen die Synergien des elektrischen PPE-Baukastens für den Premiumbereich gehoben. Zudem bereitet man sich auf die im nächsten Jahr anstehenden Anläufe des Lamborghini Urus Sport und Bentley Bentayga vor.

Zur Elektrifizierung des Standortes Neckarsulm wurde die Einrüstung der Audi Fahrzeugfamilie E6 in der Nachfolgergeneration beschlossen. Das schon heute vollständig elektrifizierte Werk in Brüssel erhält ab dem Jahr 2026 den neuen Audi Q8 e-tron. Auf der iberischen Halbinsel ist geplant ab 2025 im Mehrmarkenwerk Martorell kompakte E-Fahrzeuge zu bauen und im Mehrmarkenwerk in Pamplona E-Fahrzeuge der SUV-Klasse.

Von Steffen Schmidt