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Volkswagen Fußgängerbrücke zu VW: Das gab es schon einmal
Nachrichten Volkswagen Fußgängerbrücke zu VW: Das gab es schon einmal
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20:00 23.07.2019
Wache Steg: In den Jahren 1949 bis 1967 gab es schon einmal eine Fußgängerbrücke von der Stadt ins VW-Werk. Quelle: Archiv
Wolfsburg

Im Zuge der Umgestaltung des Wolfsburger Nordkopfes in den nächsten Jahren sollen Stadt und Volkswagenwerk stärker zusammenwachsen. Die Pläne sehen auch eine Brücke für Fußgänger über den Mittellandkanal vor. Bei dieser Idee handelt es sich im Grunde um eine Rückbesinnung auf frühere Zeiten. Denn von 1949 bis 1967 führte schon einmal eine Fußgängerbrücke ins Werk – die legendäre Wache Steg.

Eine Brücke für Fußgänger, Radfahrer oder E-Scooter-Fahrer

Eine Studie der Stadtexperten vom Urban Land Institute (ULI) hat es im vergangenen Jahr bescheinigt: Der Nordkopf als Nahtstelle zwischen VW und der Stadt muss durchlässiger werden. So könnte zum Beispiel die Kanalpromenade auf der Werksseite für die Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht werden und als Freizeitplatz dienen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass eine weitere Brücke ins Werk hinein führt, wobei diese dann nicht für Autos, sondern für Fußgänger, Radfahrer oder E-Scooter-Fahrer wäre“, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) kürzlich im WAZ-Interview.

Hier eine Galerie mit Bildern der alten Wache Steg:

Mit diesem Vorgaben würde quasi auch eine Brücke in die Vergangenheit geschlagen. Dort, wo heute täglich Tausende von Menschen durch den Tunnel an Tor 17 gehen, führte von 1949 bis 1967 eine Fußgängerbrücke über den Mittellandkanal – älteren Wolfsburgern noch als Wache Steg in Erinnerung.

Werkschutz achtete darauf, dass die Brücke nicht zu sehr schwankte

In den 50er Jahren war das Bauwerk sehr schmal: Die Brücke, eine Verlängerung des Schachtweges, war nur fünf Meter breit und bestand aus Holz und Stahl. „Damals stand der Werkschutz an der Brücke und achtete darauf, dass die Menschen nicht im Gleichschritt gingen – weil die Brücke sonst ins Schwanken geriet“, erinnert sich Günter Franzkowiak, der von 1948 bis 1990 im VW-Werk gearbeitet hat.

Im Jahr 1955, das Werk und vor allem die Belegschaft wuchsen ständig, wurde eine neue Brücke gebaut, nicht ganz an der derselben Stelle. Es handelte sich um eine hellgrüne Konstruktion aus Stahl und Holzbohlen. Diese neue Brücke war neun Meter breit, 113 Meter lang und führte in einer Höhe von 7,50 Meter über den Kanal.

Auf der städtischen Seite des Stegs war oft jede Menge los

Die Wache Steg spielte nicht zuletzt deshalb eine große Rolle, weil sich hier zum Schichtwechsel oft viele Familien-Szenen abspielten – Frauen holten ihren Mann ab, Kinder vertrieben sich die Zeit mit Spielen, auf der städtischen Seite des Stegs war oft jede Menge los. Zumal gleich daneben der einstige Busbahnhof lag, zu dem auch viele Werkslinien führten.

Ende 1965 begann dann die Planung und anschließend der Bau von zwei Tunneln an den Toren 6 und 17; beide Tunnel, an denen Tag und Nacht fieberhaft gearbeitet wurde, waren 260 Meter lang und mit modernen Rolltreppen ausgestattet.

Eine neue Brücke könnte zum Zusammenwachsen von Stadt und Werk beitragen

Die alte Brücke wurde im Mai 1967 abgerissen – das Ende eines Volkswagen-Wahrzeichens, das lange die Stadt und das Werk verbunden hatte. Mit dem Umbau des Nordkopfes könnte der Brückenschlag nun erneut gelingen und zu ein Zusammenwachsen von Stadt und Werk beitragen. „Ich finde das eigentlich ganz gut mit der Brücke“, sagt Franzkowiak.

Von Florian Heintz

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