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Volkswagen Durchwachsener Börsenstart der VW-Lastwagensparte Traton
Nachrichten Volkswagen Durchwachsener Börsenstart der VW-Lastwagensparte Traton
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20:00 28.06.2019
Traton-Chef Andreas Renschler hält beim Börsengang des Unternehmens die obligatorische Glocke in der Hand. Quelle: dpa
Wolfsburg/Frankfurt

Der Börsenstart der VW-Lastwagensparte Traton ist durchwachsen verlaufen. Die Papiere der Lkw- und Bustochter starteten am Freitag an der Frankfurter Börse auf Höhe des Ausgabepreises von 27 Euro in den Handel. Zwar stiegen sie zunächst leicht an, gerieten dann aber unter Verkaufsdruck. Am späten Vormittag lag die Aktie bei 26,69 Euro.

In die VW-Kasse floss weniger Geld als ursprünglich erhofft

Schon im Vorfeld lief es nicht so erfolgreich wie erhofft. Mit gut 1,5 Milliarden Euro flossen knapp 400 Millionen Euro weniger in die Kasse des Autobauers als ursprünglich maximal erhofft. Die Preisspanne hatte nämlich zunächst bei 27 bis 33 Euro gelegen. Am Donnerstagabend hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass der Platzierungspreis für die insgesamt 57,5 Millionen Aktien aus dem eigenen Bestand auf 27 Euro je Stück festgesetzt worden sei.

Auch die auf dem Platzierungspreis basierende Marktkapitalisierung von 13,5 Milliarden Euro liegt am unteren Ende der ursprünglichen Spanne von 13,5 bis 16,5 Milliarden Euro. Der anfängliche Streubesitz von 11,50 Prozent entspricht hingegen den Planungen.

VW will den Unternehmenswert steigern

Der sprichwörtliche Gang aufs Parkett in Frankfurt und in Stockholm gilt aber als ein wichtiger Baustein in den Plänen von VW-Chef Herbert Diess, den Wert von VW zu steigern. „Der Börsengang hat das klare Ziel, Mehrwert für unsere Stakeholder zu schaffen“, hatte VW-Finanzvorstand Frank Witter bei der Ankündigung des ersten Handelstages vor zwei Wochen gesagt.

Das ist Traton

Zu Traton gehören die Hersteller Scania, MAN und die brasilianische Nutzfahrzeugtochter Volkswagen Caminhões e Ônibus. Das Unternehmen verkaufte im vergangenen Geschäftsjahr weltweit 233.000 Nutzfahrzeuge und erzielte einen Umsatz von 25,9 Milliarden Euro, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 1,7 Milliarden Euro. Der Verbund beschäftigt laut VW rund 81.000 Mitarbeiter an 29 Produktions- und Montagestandorten in 17 Ländern.

Traton-Chef Andreas Renschler will die VW-Lastwagensparte zum „Global Champion“ machen und endlich auch in den USA und in China mitspielen – so wie die erfolgreichen Konkurrenten Daimler und Volvo. Den Erlös aus dem Börsengang von Traton kassiert zwar VW, aber das Unternehmen hat jetzt mehr Freiraum.

Traton-Börsengang hatte sich verzögert

Im März noch hatte VW die Pläne wegen des damals schwierigen Marktumfelds vorerst auf Eis gelegt. Der Konzern wollte die Anteile an der Sparte mit den großen Nutzfahrzeugen nicht unter Wert abgeben. Aus Sicht der Beratungsfirma EY hat sich der weltweite Markt für Börsengänge nach einem sehr schwachen Jahresauftakt im zweiten Quartal deutlich erholt. Den Traton-Börsengang bezeichnete das Unternehmen am Freitag als den weltweit fünftgrößten seit Jahresbeginn.

Betriebsrat: Keine Sorgen um Jobs

Auch der Traton-Betriebsrat hatte den geplanten Börsengang zuletzt als eine zukunftsweisende Entscheidung bezeichnet, die von der Belegschaft positiv begleitet werde. „Es musste und muss sich niemand Sorgen um seinen Job machen“, hatte Betriebsratschef Saki Stimoniaris im Mai gesagt.

Von dpa