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Volkswagen Interview mit Arne Meiswinkel: Deshalb muss VW die Arbeit wieder runterfahren
Nachrichten Volkswagen Interview mit Arne Meiswinkel: Deshalb muss VW die Arbeit wieder runterfahren
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09:10 13.05.2020
Arne Meiswinkel: Volkswagen fährt weiter auf Sicht. Quelle: Volkwagen AG
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Wolfsburg

Volkswagen hat die Produktion wieder gestartet. Dennoch ist weiterhin rund ein Drittel der VW-Beschäftigten in Deutschland wegen der Corona-Pandemie aktuell in Kurzarbeit. Arne Meiswinkel, Leiter Konzern Personalgrundsätze und Steuerung, sprach jetzt in einem Interview mit der Internen Kommunikation von Volkswagen über die derzeitige Situation bei VW. Die WAZ druckt das Interview in Auszügen ab.

Herr Meiswinkel, wie lange dauert die Kurzarbeit bei Volkswagen noch an?

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Zunächst ist zu sagen, dass der Wiederanlauf hervorragen geklappt hat. Aber: Je nach Fahrzeugbestellungen der Kunden müssen wir flexibel weiter auf Sicht fahren. Abhängig von der Auftragslage wird es somit noch geraume Zeit ein flexibles Umgehen mit Schließtagen und -schichten geben. Da stimmen wir uns regelmäßig mit dem Betriebsrat ab. Das führt dazu, dass der einzelne Beschäftigte mal vor Ort ist und dann auch mal wieder Kurzarbeit hat. So lange es aufgrund der Marktsituation keine Beschäftigung für alle gibt, ist Kurzarbeit weiterhin erforderlich. Die hatten wir mit dem Fertigungsstopp aufgrund Corona bis 30. Juni bei der Arbeitsagentur angemeldet. Damit haben wir einen Rahmen, in dem wir uns flexibel bewegen können.

Volkswagen: Schließtage im Mai

Für das Werk Wolfsburg zum Beispiel sind jetzt weitere Vereinbarungen getroffen. Wie sehen diese Maßnahmen konkret aus?

Im Monat Mai sind im Werk Wolfsburg produktionsseitig rund 7 700 Beschäftigte in Kurzarbeit. Die jüngste, mit dem Betriebsrat abgestimmte Fahrweise sieht vor, dass wir im Mai einige Schließtage haben werden. Diese betreffen die Montagelinien 1 (Tiguan, Anm. der Redaktion) und 4 (Tiguan, Touran, Tarraco, Anm. der Redaktion) über alle Schichten am 15., 20., 25. und 29. Mai. Zudem fällt an diesen vier Tagen an der Montagelinie 3 die Schicht 3 (die Schichten rotieren hier, Anm. der Redaktion) weg. Der 22. Mai wird unverändert und wie geplant als Brückentag genutzt und nicht mit Kurzarbeit belegt. So (...) flexibel organisieren wir auch die Fahrweisen in den übrigen Werken (...).

Wie stark sind denn Produktion und Beschäftigung abhängig von Lieferketten sowie von Bestellungen und Verkäufen in den Autohäusern?

Die Lieferketten für unsere (...) Standorte in Deutschland laufen derzeit stabil an. Wichtig ist, dass jetzt wieder die Automobilnachfrage anzieht. Hierfür wollen wir vertriebsseitig Impulse für eine Erholung des Marktes und der Wirtschaft insgesamt setzen. Beispielhaft ist die am Freitag dieser Woche startende deutschlandweite Initiative #vwfüreuch, mit der die Marke Volkswagen den Kunden Sicherheit bei Leasing und Finanzierung bietet.

Gesundheitsschutz behält oberste Priorität

Wie sehen die nächsten Schritte beim Wiederanlauf aus? Wann haben wir wieder Normalbetrieb in den Werken?

Wir fahren (...) weiter auf Sicht. Bei allem behält der Gesundheitsschutz oberste Priorität. Natürlich hoffen wir auf eine schnellstmögliche Normalisierung. Die Hoffnung begründet sich auch auf unseren Erfahrungen mit dem größten Einzelmarkt China, wo wir bekanntlich im April das Vorjahresniveau sogar übertroffen haben. (...) Wir haben die erforderliche Flexibilität, um die Fertigung immer wieder an die aktuelle Lage anzupassen – und der große Zusammenhalt im Unternehmen gibt uns Zuversicht, dass wir diese Krise gemeinsam meistern werden.

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Von der Redaktion

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