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Salzgitter Schüler in Salzgitter schaffen ein sichtbares Zeichen des Erinnerns
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Schüler in Salzgitter schaffen ein sichtbares Zeichen des Erinnerns

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08:09 20.10.2020
Erinnerung an die Kriegstoten: Die IGS-Schüler weihen die Geschichtstafel ein, mit dabei sind die Lehrer Paul Anlauf und Hans Jürgen Gatzen, Kulturdezernent Jan Erik Bohling sowie Bildungsreferent Rainer Bendick und der Bezirksvorsitzende Walter-Johannes Herrmann vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Quelle: Rudolf Karliczek
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Salzgitter

„Auf diesem Friedhof ruhen 96 Tote aus dem Zweiten Weltkrieg“: Damit beginnt der Text der Geschichts- und Erinnerungstafel, die Schüler des 12. Jahrgangs der IGS Salzgitter für den Alten Friedhof in Lebenstedt erstellt haben. Das Aluminium-Schild haben die Schüler in Kooperation mit Dr. Rainer Bendick dem Bildungsreferenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Unterstützung der Stadt Salzgitter erstellt.

Die 110 Zentimeter breite und 160 Zentimeter hohe Tafel ist das Ergebnis eines Schulprojekts. Aaron Heintzen, Ramon Heintzen, Tayla Koopmann, Saskia Lange, Robert Langer, René Lindner, Torben Merx, Jonas Pöllmann und Niklas Voß haben im gesellschaftswissenschaftliche Profil dazu ein Seminarfach absolviert. Der betreuende Lehrer ist Paul Anlauf.  

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Dezernent lobt den Volksbund

Dezernent Jan Erik Bohling bedankte sich im Namen der Stadt für den Einsatz der Schüler, die sich im Geschichtsleistungskurs mit den Schicksalen der 96 Toten beschäftigten, um mehr über die Menschen und die Zeit zu erfahren. Es sei beeindruckend, dass sich junge Menschen bewusst mit der Stadtgeschichte auseinandersetzen und damit ein bleibendes Zeichen der Erinnerung geschaffen haben. Ermöglicht habe das Dr. Rainer Bendick, der die Arbeit der Schüler unterstützt habe, lobte Jan Erik Bohling. Die Bildungsarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sei eine wichtige Aufgabe, um die Erinnerung an Krieg, Gewalt und Diktatur wachzuhalten.

Das führte Walter-Johannes Herrmann, Vorsitzender des Bezirksverbandes Braunschweig der Kriegsgräberfürsorge, aus. Die Zusammenarbeit mit den Schulen sei wichtig. Erinnern und Gedenken stehe im Mittelpunkt der Projekte. Damit übernehmen die jungen Menschen Verantwortung, denn die Schüler haben sich gefragt, was sie persönlich für den Erhalt des Friedens tun können. Die Antwort in Form dieser Geschichts- und Erinnerungstafel sei lobenswert, weil sich die jungen Menschen damit in die Gesellschaft eingebracht haben.

Politischer Bildungsauftrag

Hans Jürgen Gatzen, Leiter der Sekundarstufe II der IGS Salzgitter, betonte den politischen Bildungsauftrag der Schulen. Er sprach davon, dass es nie wieder Krieg geben dürfe und dass es keinen Platz für Rassismus gebe. Die Partnerschaft mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge für eine neue Tafel stehe als weiteres Projekt bereits fest. Dann geht es um den deutsch-französischen Krieg 1870/1871.

Schüler Aaron Heintzen berichtete von der Recherchearbeit: Erkundung der Gräberfelder, Besuche im städtischen Museum Schloss Salder und im Stadtarchiv gehörten dazu, um mehr zu erfahren. Trotz der Corona-Umstände sei diese Tafel entstanden, damit das Schicksal und die Trauer der Angehörigen nicht in Vergessenheit geraten. Entstanden sei ein sichtbares Zeichen des Erinnerns und Gedenkens. Sein Dank galt dem Volksbund, dem Stadtarchiv, dem städtischen Museum und dem Städtischen Regiebetrieb (SRB) für die Unterstützung.

Von Roland Weiterer