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Salzgitter Schacht Konrad in Salzgitter: Kritik an Betreibergesellschaft
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Schacht Konrad in Salzgitter: Kritik an Betreibergesellschaft

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20:00 30.12.2020
Die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad fordert eine Bewertung des Bergwerks als atomares Endlager nach dem aktuellen Stand der Technik. Quelle: rk
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Salzgitter

Die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad wirft der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) „eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit“ vor. Stein des Anstoßes ist deren Ankündigung der Phase 2 des Projektes „Überprüfung der sicherheitstechnischen Anforderungen für das Endlager Konrad nach dem Stand von Wissenschaft und Technik (ÜsiKo)“. Laut Ludwig Wasmus, Vorstand der AG Schacht Konrad, gibt es im Rahmen des Projektes „keine Überprüfung nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen“.

Dabei ist der „Stand von Wissenschaft und Technik“ eine grundlegende Anforderung im Atomrecht, heißt es in einer Pressemitteilung. Demnach darf eine Genehmigung für eine Atomanlage nur erteilt werden, wenn „die nach dem Stand von Wissenschaft und Technik erforderliche Vorsorge gegen Schäden durch die Errichtung und den Betrieb der Anlage getroffen ist“, bezieht sich die AG auch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes. Die ÜsiKo-Gutachter hätten in Phase 1 aber lediglich geprüft, ob Gesetze und Verordnungen eingehalten werden und sich laut AG-Mitteilung sogar „dahingehend verstiegen, die „Sicherheitskriterien der Reaktorsicherheits-Kommission für die Endlagerung radioaktiver Abfälle in einem Bergwerk vom 20. April 1983“ als immer noch gültig zugrunde zu legen.

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Für Ludwig Wasmus hätten die Gutachter damit „vielleicht die Vorgaben der BGE erfüllt, aber das Thema verfehlt“. Nach seinen Worten wurden „grundlegende Projektfehler ignoriert, die bei einer modernen Standortsuche zu einem Ausschluss des alten Eisenerzbergwerks Konrad führen würden“. Neue Daten seien nicht erhoben worden, es gebe keine neue Berechnungen.

An den Punkten, an denen neue Berechnungen nach aktuellem Stand von Wissenschaft, mit aktuellen Rechenmodellen und einer aktuellen Erhebung von Daten über Wasserwegsamkeiten und geologischen Verhältnisse tatsächlich Aufschluss über die Sicherheit einer Atommüll-Lagerung in Schacht Konrad geben können, definierten die Gutachter und Betreiber mögliche Probleme einfach weg, kritisiert Ludwig Wasmus.

Das Vorstandsmitglied nennt die ÜsiKo mitunter „völlig absurd“ und bezieht sich dabei auf die grundlegende Abweichungen der Gutachter zum heutigen Vorgehen bei einem Langzeitsicherheitsnachweis. Dabei geht es um „fehlende probabilistische Sicherheitsuntersuchungen oder die „mangelnde Berücksichtigung der Austrittsmöglichkeiten der Radionuklide über die alten Bohrungen und den Schachtverschluss“. Diese Abweichungen, so Ludwig Wasmus, würden dann alleine aufgrund der Experteneinschätzung der Gutachter als „wohl nicht sicherheitsrelevant“ eingestuft und somit in Phase 2 nicht weiter betrachtet.

Von Roland Weiterer