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Salzgitter Schacht Konrad bei Salzgitter: Antrag gegen das Atom-Endlager
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Schacht Konrad bei Salzgitter: Antrag gegen das Atom-Endlager

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17:09 27.05.2021
Auch strömender Regen kann die Umweltverbände nicht stoppen: BUND-Vorstand Heiner Baumgarten übergibt den Antrag auf Rücknahme des Konrad-Feststellungsbeschlusses an Umweltminister Olaf Lies.
Auch strömender Regen kann die Umweltverbände nicht stoppen: BUND-Vorstand Heiner Baumgarten übergibt den Antrag auf Rücknahme des Konrad-Feststellungsbeschlusses an Umweltminister Olaf Lies. Quelle: rk
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Salzgitter

Der BUND und NABU wollen die Uhr noch einmal zurück drehen. Sie haben beim Niedersächsischen Umweltministerium einen Antrag auf Widerruf des gut 20 Jahre alten Planfeststellungsbeschlusses für Schacht Konrad eingereicht. Damit fordern die beiden Umweltverbände das Land auf, das Atommüllprojekt aufzugeben und den Weg „für eine transparente und wissenschaftlich basierte Standortsuche“ frei zu machen. Ihr Begründung: Aufgrund der enormen Umweltprobleme ist der Schacht als Endlager für radioaktiven Abfall ungeeignet. Ihren Antrag haben die Umweltschützer gemeinsam mit dem Salzgitteraner Bündnis gegen Schacht Konrad persönlich dem Landesumweltminister Olaf Lies übergeben.

„Unser Antrag ist die notwendige Konsequenz aus den immer eklatanter werdenden Widersprüchen zwischen den heutigen Anforderungen an ein tiefengeologisches Lager für radioaktive Abfälle und dem alten Projekt Konrad“, erklären Heiner Baumgarten aus dem Vorstand des BUND-Landesverbandes und Petra Wassmann als Konrad-Beauftragte des NABU Niedersachsen. „Radioaktive Abfälle in eine alte Eisenerzgrube zu bringen, ohne Rückholbarkeit oder Reversibilität zu gewährleisten und ohne genaue Kenntnis der geologischen Verhältnisse, wird der Verantwortung für künftige Generation nicht gerecht.“

Die Verbände kritisieren, dass selbst zum Zeitpunkt des Planfeststellungsbeschlusses das Projekt nicht dem damaligen Stand von Wissenschaft und Technik entsprochen habe. Trotz vorheriger Sicherheitsbedenken sei die Genehmigung im Atomkonsens mit den Energiekonzernen im Juni 2000 politisch vereinbart worden. „Anders als damals haben wir heute als anerkannte Umweltverbände das Recht, juristisch gegen die Entscheidung vorzugehen“, so Heiner Baumgarten und Petra Wassmann. Angsichts der Gefahren sehen sie dies sogar als Pflicht.

Oberbürgermeister Frank Klingebiel, Matthias Wilhelm als 1. Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine, Hans Kasinger vom Landvolk Braunschweiger Land und Ludwig Wasmus aus dem Vorstand der AG Schacht Konrad unterstützen den Antrag. Ihr Bündnis fordere seit Jahren die Aufgabe des „völlig veralteten Projektes“. Sie freuen sich über die Chance für den Umweltminister, „endlich das Richtige zu tun“. Ludwig Wasmus: „Alle wissen, dass Konrad heute nicht mehr genehmigungsfähig wäre. Trotzdem wird daran festgehalten, nur weil es eine Genehmigung gibt.“

Von Roland Weiterer