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Salzgitters VHS-Referenten widmen sich China und der Pharmazie 

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11:23 16.11.2020
Professorin Dagmar Schäfer spricht über China. Quelle: David Ausserhofer
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Salzgitter

Die Volkshochschule (VHS) der Stadt lädt zu weiteren gebührenfreien Online-Vorträgen der Reihe „VHS Wissen live - das digitale Wissenschaftsprogramm“ auf ihre Internetseiten ein. Wer sich für einen der Online-Vorträge anmeldet, erhält einen Tag vor Veranstaltungsbeginn per Mail den dazugehörigen Zugangslink.

Am Montag, 16. November, um 19.30 Uhr, wird Professorin Dagmar Schäfer über „Die chinesische Vergangenheit (und Zukunft?) der Naturwissenschaften“ referieren. Es ist allgemein bekannt, das China die vier großen Erfindungen vor den Europäern kannte und beschrieb: Kompass, Papier, Schwarzpulver und Buchdruck (mit beweglichen Lettern). Wie das Land sich die Naturwissenschaften zu eigen gemacht und sich damit als moderne Nation etabliert und behauptet hat, erforschen seit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Wissenschaftshistoriker.

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Professorin Dagmar Schäfer stellt vor, wie China hierbei seine Wissenschaften entwickelte. Wie diese Entwicklung im heutigen China als Gegenmodell der europäischen Entwicklung, erst zum Forschungsschwerpunkt und dann zum Identitätsstifter und politischen Thema wurde, ist das Thema des Online-Vortrages. Prof. Dagmar Schäfer ist eine international renommierte Sinologin. Sie ist derzeit Direktorin am Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. 2020 wurde sie mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis ausgezeichnet.

Ein ganz anderes Thema stellt Professor Thomas Pogge am Freitag, 20. November, um 19.30 Uhr in seinem Online-Vortrag „Gerechtigkeit und Gesundheit - wie kann die Pharmaforschung allen zugutekommen?“ auf den VHS-Internetseiten vor. Arzneimittel gehören zu den größten Errungenschaften der Menschheit. Sie haben zu dramatischen Verbesserungen von Gesundheit und Langlebigkeit sowie zu enormen Kosteneinsparungen durch weniger Krankheitstage und Krankenhausaufenthalte beigetragen. Der globale Markt für Arzneimittel hat derzeit einen Wert von jährlich 1.430 Milliarden Dollar.

 Rund 800 Milliarden Dollar entfallen dabei auf Markenprodukte, die in der Regel patentgeschützt sind und dadurch sehr teuer verkauft werden können. Die Pharmaindustrie rechtfertigt ihre hohen Produktpreise durch die entstandenen Kosten bei der Forschung und Entwicklung der Arzneimittel. Für ärmere Gesellschaften sind diese hohen Preise oft nicht zu zahlen.

Professor Pogge versucht in seinem Vortrag Antworten auf die Frage zu finden: Wie könnte eine Lösung aussehen, die einerseits der Industrie genügend Anreize gibt, Forschung zu betreiben und anschließend die Medikamente anschließend zu einem deutlich niedrigeren Preis anzubieten? Er stellt anhand des Health Impact Fund eine mögliche Lösung vor. Thomas Pogge ist Professor für Philosophie und internationale Angelegenheiten (Philosophy and International Affairs) an der Yale University. Er promovierte an der Harvard University bei John Rawls.

Von Roland Weiterer