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Salzgitters Ostfalia Hochschule: Immer mehr Leute wandern

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09:30 23.03.2021
Dem Trend auf der Spur: Wanderexperte Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack.
Dem Trend auf der Spur: Wanderexperte Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack. Quelle: Michael Saenger
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Salzgitter

Das Institut für Tourismus- und Regionalforschung an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften veröffentlicht seine erste Zwischenauswertung zum Wandermonitor. Der Initiator der Studie, Dekan Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack, hat den Befragungszeitraum wegen den Folgen der Corona-Krise um das Jahr 2021 verlängert. Die ersten Zwischenergebnisse zeigen schon jetzt, dass die Befragten in diesen Tagen besonders wanderfreudig sind.

Unter den bundesweit über 1.500 Befragten ist allein die Zahl der häufig Wandernden im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozentpunkte auf 62 Prozent gestiegen. Spitzenreiter sind dabei Personen aus der Gruppe „50 Jahre und älter“. Es zeigt sich aber eine zunehmende Wanderintensität vor allem in den jüngeren Altersgruppen. 2020 sind die Anteile der Wanderungen in der Freizeit gestiegen und im Urlaub gesunken. Dies dürfte aber vor allem daran liegen, dass Urlaube 2020 wegen der Corona-Krise nicht in gewohntem Umfang möglich waren.

Die Motive zum Wandern haben sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert. Die häufigste Antwort ist mit 97 Prozent „die Natur erleben“, 89 Prozent möchten sich aktiv bewegen und 73 Prozent die Region erleben. Deutliche Anstiege zeigen sich zu den Vorjahren bei den Punkten „den Alltag vergessen“, „meine Ruhe haben“ und „frei sein“. Abgenommen haben Gründe wie „frische Kraft sammeln“, „Interesse an Pflanzen und Tieren“ und „Sehenswürdigkeiten besichtigen“.

Als Wanderregionen sind vor allem die Mittelgebirge in Deutschland beliebt. Rund 62 Prozent der Befragten gaben an, dort zu wandern. Besonders wichtig scheint den Befragten dabei die Qualität und Auswahl eines bestimmten Weges zu sein. Für die Wahl eines Wanderweges spielte das Gastgewerbe in 2020 eine deutlich geringere Rolle.

Wie in den vergangenen Jahren gibt es auch im Wandermonitor 2020/2021 ein Schwerpunktthema, das genauer beleuchtet wird. Diesmal geht es um den Einfluss von Wetterauf die Entscheidungsprozesse. Die Mehrheit der befragten Wanderer gehen ganzjährig wandern. Dabei beeinflusst das Wetter die im Vorfeld getroffene Entscheidung vor allem bei Tagesausflügen (82 Prozent) und Gelegenheitswanderungen im Urlaub (78 Prozent). Reine Wanderurlaube werden indes weniger vom Wetter beeinflusst, hier spielt es nur für rund ein Drittel der Befragten eine Rolle. Die Befragten verlassen sie sich aber nicht allein auf die Jahreszeit: 68 Prozent nutzen für aktuelle Wetterinformationen Wetter-Apps, 59 Prozent vertrauen auf Wetterdienste im Internet.

Die Gesamtauswertung des Wandermonitors 2020/2021 wird zu Beginn des Jahres 2022 vorgestellt. „Etwaige Ungenauigkeiten sollten sich bis dahin nivellieren.“, so Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack. „Wir sind zuversichtlich, dass die Befragung auch dann zeigen wird, dass Wandern nicht mehr nur ein Hobby der älteren Generationen ist, sondern für alle Altersgruppen und soziale Schichten eine beliebte und vor allem gesunde Art der Freizeitgestaltung ist.“

Die Antworten der Fragebögen werden in Kooperation mit rund 50 Tourismusverbänden und -unternehmen aus ganz Deutschland erhoben. Ziel dieses Wandermonitorings ist es, aussagekräftige Besucherdaten zur Charakterisierung des Wandertourismus zu erfassen, um das wandertouristische Angebot kontinuierlich zu verbessern und den sich ständig verändernden Bedürfnissen der Wanderer anzupassen.

Dabei stehen die Erfassung der demographischen Besucherprofile, die Charakteristika der Wanderungen sowie ein jährlich wechselndes Schwerpunktthema zum wandertouristischen Angebot im Fokus der Betrachtung. Mit dem Wandermonitor will die Ostfalia Wissenschaft und Praxis zusammenführen und die Ressourcen beider Seiten bündeln. Wanderdestinationen erhalten belastbare Zahlen, um zum einen das wandertouristische Angebot in den Regionen anpassen zu können sowie zum anderen ihr Marketing zielgruppengerecht zu gestalten.

Von Roland Weiterer

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