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Salzgitters Oberbürgermeister bittet um Geduld und Solidarität

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12:07 24.12.2021
Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel wünscht den Menschen ein besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest und für 2022 alles Gute, Gesundheit und Glück.
Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel wünscht den Menschen ein besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest und für 2022 alles Gute, Gesundheit und Glück. Quelle: rk
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Salzgitter

In seinem Grußwort zum Weihnachtsfest fordert Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel die Menschen auf, „bei allem Unmut über weitere Kontaktbeschränkungen und über Wartezeiten bei Impfungen oder Testungen nicht das Vertrauen in die staatlichen Organe und die Demokratie zu verlieren. „Üben Sie weiterhin Geduld und Solidarität“, lautet seine Botschaft. „Nur gemeinsam werden wir das Corona-Virus besiegen und unsere Stadtgesellschaft zusammen halten können.“

Auf vier Seiten hat Frank Klingebiel seine Gedanken zu Papier gebracht und sich an die Zuversicht erinnert, dass er zum Jahresende 2020 sicher gewesen war, dass die Corona-Pandemie zwölf Monate später kein Thema mehr sein würde. Das Impfzentrum stand in den Startlöchern, es folgten wenig später die ersten Impfungen in Alten- und Pflegeheimen. „Die Wirklichkeit holte uns alle jedoch schnell ein und machte deutlich, dass die Pandemiebekämpfung mit ihrer unglaublichen Komplexität und Emotionalität selbst unser hochentwickeltes Deutschland vor einer seiner größten Herausforderungen stellte und noch stellt.“

Frank Klingebiel Er blickt zurück auf den anfänglichen Mangel an Impfstoff, der zunächst altersgerecht auf die vulnerablen Gruppen und anschließend auf die Beschäftigtengruppen der kritischen Infrastruktur verteilt wurde. Die Regelungen „haben wir alle im Allgemeinen sehr diszipliniert ertragen und gut gemeistert“, lobt er „den großen Respekt für die darin zum Ausdruck kommende Solidarität“. Ab Mitte 2021 war genug Impfstoff für alle vorhanden, die Priorisierung wurde aufgehoben. „Doch im August/September 2021 wurde auch deutlich: Das Ziel, durch eine hohe Impfquote das Corona-Virus in den Griff zu bekommen, scheiterte und scheitert nach wie vor daran, dass nicht alle Mitbürgerinnen und Mitbürger bereit sind, sich impfen zu lassen.“

Zeitgleich mutierte das Corona-Virus weiter, breitete sich in anderer Form aus und sorgte dafür, dass Salzgitter zeitweise bundes- oder landesweit mit der höchsten Zahl an Neuinfektionen zu kämpfen hatte. Frank Klingebiel: „Mein Krisenstab und ich haben im Verlauf dieses Jahres sehr intensiv und rund um die Uhr die Corona-Lage bewertet und notwendige Entscheidungen nach ausgewogener Interessenabwägung vor Ort - manchmal auch im Konflikt mit der Bundes- und Landesregierung - getroffen und der Öffentlichkeit erklärt.“

Nach der ersten, zweiten, dritten und vierten Corona-Welle kommt nun die Omikron-Varinate. Für Frank Klingebiel ist kein Ende in Sicht. Die Menschen sind in seinen Augen verwirrt durch Flickenteppiche, Regelungen, schwer verständliche Landes- und Bundesvorschriften, geöffnete und geschlossene Impf- und Testzentren oder das Auslaufen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite im November 2021, obwohl doch keiner ernsthaft das Gefühl hatte, die Lage sei entspannt.

Aktuell werde deutlich, so der OB, dass der Zweitimpfung mindestens eine dritte Impfung schnell folgen muss, um mehr Immunität in der Bevölkerung zu erreichen. „Deshalb treiben wir die Boosterimpfungen mit vollem Einsatz voran.“ Er merke, dass die Akzeptanz für die Schutzmaßnahmen und die Impfkampagne inzwischen auch in der Mitte der Gesellschaft leide. Auch wenn die Reaktionen bei vielen mitunter „Kopfschütteln“ hervor riefen, sei zu erkennen, „dass wir trotz dieser Schwierigkeiten alles schaffen können, wenn wir weiterhin zusammenstehen“.

Die Bilanz der Stadt kann sich sehen lassen, so Frank Klingebiel. „Das stationäre Impfzentrum in der Hans-Birnbaum-Straße, unterstützt durch unseren Impfbus und seit kurzem von der Impfstation in Salzgitter-Bad, und zahlreiche niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte haben in diesem Jahr 160 000 Impfdosen in Salzgitter verabreicht.“ Dennoch bleibe die bittere Erkenntnis: „Die große Mehrheit der Bevölkerung hat sich impfen lassen, Abstand gehalten und Kontakte eingeschränkt, beruflich wie privat alles Erdenkliche getan, damit wir schnell aus dieser Corona-Krise kommen, und muss nun feststellen, dass wir trotzdem noch weit davon entfernt sind, Corona hinter uns zu lassen.“

Bildlich gesprochen sei die Pandemie kein Berg, der erklommen werden muss, sondern eher eine ganze Gebirgskette. „Was mich tröstet, mir Mut macht und mich stärkt, ist die Gewissheit, auf diesem steinigen Weg nicht alleine unterwegs zu sein“, schreibt der OB. Deshalb bedankt er sich bei allen, „die unsere Stadt und unsere Gemeinschaft in diesen schwierigen Zeiten am Laufen halten“.

Von Roland Weiterer