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Salzgitter Salzgitters Museum startet mit Sonderausstellungen in den Sommer
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Salzgitters Museum startet mit Sonderausstellungen in den Sommer

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14:52 14.06.2021
Sonderausstellung in Salder: Exponate veranschaulichen die einst moderne Technik im Kriminaldienst.
Sonderausstellung in Salder: Exponate veranschaulichen die einst moderne Technik im Kriminaldienst. Quelle: Stadt Salzgitter
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Salzgitter

Eine besondere Premiere: Im Städtischen Museum Schloss Salder sind am vergangenen Wochenende gleich zwei Sonderausstellungen eröffnet worden: „Freunde – Helfer – Straßenkämpfer“ und „Rollenbilder – Erinnerung der Arbeit“ heißt es in dem Haus.

Die Hauptausstellung im Erdgeschoss des ehemaligen Kuhstalls widmet sich dem Scheitern der ersten deutschen Demokratie. Unter dem Titel „Freunde – Helfer – Straßenkämpfer“ steht bis zum 15. August die Entwicklung der Polizei als staatliche Institution im Mittelpunkt, die während des Kaiserreiches repressiv war und in der Weimarer Republik ihre neue Rolle als Beschützerin der Bevölkerung und der jungen Demokratie finden musste. Gefordert und schließlich überfordert war die Polizei auch wegen interner Machtkämpfe sowie Gewalt von außen durch Angriffe von rechts und links. 1933 instrumentalisierten die Nationalsozialisten die Polizei für ihre Zwecke.

Die Ausstellung, die von der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte an der Niedersächsischen Polizeiakademie Nienburg erstellt wurde, reflektiert das Scheitern der ersten Demokratie und sensibilisiert damit für die nachfolgende Entwicklung bis hin zur Gegenwart, um damit das hohe Gut der freiheitlichen Demokratie zu dokumentieren, die von der Polizei zu schützen und zu verteidigen gilt. Anhand von neun Themen, 25 Exponaten und Begleittexten wird die Geschichte der Polizei in der Weimarer Republik mit Schwerpunkt auf den Regionen des heutigen Niedersachsens dokumentiert. Ein vom Museumsleiter Arne Homann neu erarbeiteter Abschnitt mit einer Auswahl hochwertiger Exponate beleuchtet zusätzlich die Verhältnisse im heutigen Stadtgebiet Salzgitters, das damals teils zu Braunschweig, teils zu Preußen gehörte.

Die zweite Ausstellung „Rollenbilder – Erinnerung der Arbeit“ im Obergeschoss des ehemaligen Kuhstalls befasst sich mit dem Wandel von Rollenverständnissen. Zu sehen sind bis zum 8. August Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus den Jahren 1950 bis 1980, die Fragen stellen: Wie waren die Rollen damals verteilt, wie wurden die Verhaltensweisen gesehen und was ist der Unterschied zu heute? Die Exponate geben darauf vielfältige Antworten. Die Leiterin der Städtischen Kunstsammlungen, Stefanie Borrmann, hat die Schau konzipiert innerhalb der Reihe „Erinnerung der Arbeit“ – ein Ausstellungsformat, das sich mit den Kunstwerken des 20. Jahrhunderts sowie zeitgenössischen Werken dem Thema der Arbeitswelt widmet.

„Rollenbilder“ greift auch ein Thema von „Freunde – Helfer – Straßenkämpfer“ auf: Denn die Aufgaben der Polizei in der Weimarer Republik wandelten. Das Ansehen stieg ebenfalls, weil Polizist ein Ausbildungsberuf wurde und die Institution damit nicht mehr wie zuvor im Kaiserreich Versorgungsstelle für ausgediente Militärs war. Damit einhergehend wandelte sich auch langsam das Bild vom ausschließlich männlichen Beruf. Der Weg der Frauen in die Polizei begann in Deutschland in der Weimarer Republik mit der Gründung der weiblichen Kriminalpolizei.

Von Roland Weiterer

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