Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Salzgitter Salzgitters Kunstsammlung widmet sich Gustav Hagemann
Nachrichten Salzgitter

Salzgitters Kunstsammlung widmet sich Gustav Hagemann 

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:07 20.12.2021
Zu sehen in Salder: Samische Ritzzeichnungen aus dem Werk des Künstlers Gustav Hagemann.
Zu sehen in Salder: Samische Ritzzeichnungen aus dem Werk des Künstlers Gustav Hagemann. Quelle: Stadt Salzgitter
Anzeige
Salzgitter

Die Städtische Kunstsammlung in Salder präsentiert bis zum 30. Januar 2022 unterschiedliche Werke des Salzgitteraners Gustav Hagemann. Der Maler und Plastiker wurde am 17. Februar 1891 in Engelnstedt geboren und starb dort am 24. Mai 1982. Unter dem Titel „Ein Maler als Feldforscher“ sind Plastiken und Ölbilder aus dem künstlerischen Lebenswerk und in seinem Auftrag angefertigte samische Ritzzeichnungen zu sehen, die sich mit seinem Werk seit 40 Jahren in Besitz der Stadt Salzgitter befinden.

Die Ausstellung zeigt Gustav Hagemann als Maler und Forscher des Lebensalltags und der Welt der Sami. Sie spürt beiden Interessen nach: dem Malen nordischer Landschaften und dem leidenschaftlichen Erforschen samischer Kultur. Ritzzeichnungen der Samen werden in einem bisher nie gezeigten Umfang präsentiert.

Bekannt wurde der Künstler mit seinen expressionistischen Werken, die er auf seinen Reisen in Norwegen und Finnland fertigte. Die Weite, das Licht, die Natur des Nordens sowie die Kultur der Sami haben den Künstler über das Malen und Zeichnen hinaus zum Sammeln und Forschen angeregt.

Viele Jahre zog es Gustav Hagemann monatelang nach Skandinavien, wo er lebte und künstlerisch arbeitete. Während seiner Reisen ergaben sich etliche Kontakte zu den Sami und die Möglichkeit, die Familien auf ihren Wanderungen zu begleiten. Begeistert von deren traditioneller Ritzkunst und deren Motivreichtum beschloss Gustav Hagemann eine Reihe Kupferplatten mitzunehmen, um sie Freunden mit der Bitte auszuhändigen, ihre Lebenswelt darauf festzuhalten.

Gustav Hagemann war bewusst, unter welchem Druck sich die ursprüngliche Formsprache der Samen mit der immer weiter vorrückenden Zivilisation befand. Der Salzgitteraner versuchte mit seinen Arbeiten, diese Kultur und Kunst zu bewahren. Es entstand eine einzigartige Reihe von Kaltnadelradierungen, die nach seiner Rückkehr ein komplexes Mappenwerk ergaben.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Januar zu den Öffnungszeiten des Museums in Salder möglich (Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17Uhr). Der Besuch ist mit einem Impf- und Genesenennachweis (2Gplus-Regelung) mit einem medizinischen Mund-Nase-Schutz möglich. Die Teilnahme an den Führungen ist ausschließlich mit Anmeldung möglich unter Tel. (05341) 839-4613 bzw. 4616 oder per Email an stephanie.borrmann@stadt.salzgitter.de. Termine sind am 2., 9. und 30. Januar jeweils um 11.15 Uhr.

Von Roland Weiterer