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Salzgitter hisst die Fahne der Partnerstadt Gotha

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16:45 29.09.2020
Am Europaplatz hängen die Fahne der Europäischen Union, die Nationalfahne Deutschlands, die Landesfahnen von Thüringen und Niedersachsen sowie die Stadtfahnen Gothas und Salzgitters. Quelle: Stadt Salzgitter
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Salzgitter

Es tut sich wieder was im Herzen Lebenstedt. Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober flaggt die Stadt in freundschaftlicher Verbundenheit mit der Partnerstadt Gotha die Fahne der Europäischen Union, die Nationalfahne Deutschlands, die Landesfahnen von Thüringen und Niedersachsen sowie die Flagge mit den Stadtwappen von Gotha und Salzgitter.

Doch woher stammt der Name Gotha, hat dieser etwas mit dem Schutzpatron der Stadt, dem heiligen Godehard, zu tun, der auf dem Stadtwappen von Gotha abgebildet ist? Fakt ist, dass der heilige Godehard (Gotthard von Hildesheim, in Gotha auch Gothardus bezeichnet) Schutzpatron der Stadt Gotha ist. Dort wird zu Ehren des Patrons jedes Jahr Anfang Mai, rund um seinen Todestag am 5. Mai 1038, das Gothardusfest gefeiert.

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Wann und warum der Heilige zum Patron der Stadt wurde ist bisher nicht geklärt. Die Verbindung der Stadt ergibt sich wahrscheinlich daher, dass Godehard von 1005 bis 1012 Abt des Klosters Hersfeld war. Zu dieser Zeit war der Ort Gotha noch im Besitz jenes Klosters. „Der Name Gotha stammt aber nicht vom heiligen Godehard ab“, berichtet Gothas Stadthistoriker Dr. Alexander Krünes. Dieser könnte, wie aus alten Berichten aus dem Jahre 775 hervorgeht, von einer Siedlung Villa Gothaha, abstammen, was mit „gutem Wasser“ übersetzt werden kann.

Das Wappen zeigt den Heiligen Godehard (Gotthard von Hildesheim). 1253 taucht sein Bildnis erstmals im städtischen Siegel auf. Im städtischen Wappen kommt er im Mittelalter aber noch nicht vor. Hier wird er erst im ausgehenden 17. Jahrhundert greifbar. 1865 ließ der damalige Bürgermeister Hünersdorf das Wappen Gothas neugestalten und gab ihm die Form, die es heute noch weitgehend hat.

Der Schriftzug „St. God(e)hardus“ wurde vom Stadtsiegel übernommen und rechts und links neben dem Heiligen platziert. Gotthard selbst wurde im Bischofsornat sitzend in einem Greifensessel darstellt. In seiner rechten Hand hält er den Bischofsstab und in seiner linken Hand ein Buch. Außerdem wurde ihm ein Heiligenschein verpasst (auf den alten Stadtsiegeln fehlt dieser mitunter). Die schwebende Mauerkrone über dem Kopf wurde etwas später hinzugefügt.

In der Zeit des Nationalsozialismus und der frühen DDR-Zeit sollte das Gothaer Wappen schließlich noch einmal komplett geändert werden. Bis zu 70 Entwürfe zur Neugestaltung liegen im Gothaer Stadtarchiv. Warum man letztendlich trotzdem bei dem alten Wappen geblieben ist, lässt sich nicht mehr sagen. Auf den Spuren der Stadtgeschichte waren im Juli auch die Mitglieder der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Salzgitter unterwegs, die trotz Abstands- und Hygieneauflagen die Partnerstadt Gotha besuchten. Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch ließ es sich nicht nehmen und begrüßte die Gruppe persönlich.

Von Roland Weiterer