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Salzgitter AG verbucht für 2020 ein Minus von fast 200 Millionen Euro

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17:26 15.03.2021
Licht am Ende des Tunnels: Die Salzgitter AG hat 2020 fast 200 Millionen Euro Verlust gemacht, ist aber zuversichtlich für 2021.
Licht am Ende des Tunnels: Die Salzgitter AG hat 2020 fast 200 Millionen Euro Verlust gemacht, ist aber zuversichtlich für 2021. Quelle: Rudolf Karliczek
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Das „von der Corona-Pandemie und ihren gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Verwerfungen geprägten Geschäftsjahr 2020“ hat die Salzgitter AG einen Verlust von 196,4 Millionen Euro vor Steuern beschert. Das teilte der Konzern in seiner Bilanzpressekonferenz mit. „Nach einem Einbruch der Auftragseingänge im Zuge der weltweit verhängten Wirtschaftsbeschränkungen im zweiten Quartal haben wir schnell und konsequent mit Maßnahmen zur Ergebnis- und Liquiditätssicherung gegengesteuert“, heißt es in einer Pressemitteilung. Einer Stabilisierung über den Sommer hinweg folgend habe der Flachstahlbereich im letzten Vierteljahr erste kräftige Erholungstendenzen gezeigt, „die bis heute anhalten“.

Der Außenumsatz des Konzerns verringerte sich vor allem aufgrund gesunkener Durchschnittserlöse für Stahlerzeugnisse sowie geringerer Versandmengen auf knapp 7,1 Milliarden Euro. Der Verlust fiel „dank des konsequenten Krisenmanagements und der zuletzt aufwärts gerichteten Geschäftsentwicklung insbesondere in den Geschäftsbereichen Flachstahl, Handel und Technologie“ geringer aus als im Vorjahr. 2019 summierte sich das Defizit auf 253,3 Millionen Euro.

„Bei allen Zumutungen führte uns dieses Ausnahmejahr vor allem zwei Dinge vor Augen: Erstens hat unsere langfristig orientierte und auf ein ausbalanciertes Portfolio ausgerichtete Konzernstrategie erneut ihren Wert gezeigt. Und zweitens wirkt unsere von Identifikation, Motivation und Disziplin geleitete Unternehmenskultur“, kommentiert Vorstandsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann das Geschäftsjahr 2020. Das habe die nach Ausbruch der Pandemie zügige Umsetzung verschiedenster Sofortmaßnahmen in allen Konzerngesellschaften weltweit bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit bewiesen.

„Möglich wurde dies dank des außergewöhnlichen Einsatzes unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch unter den zusätzlichen Belastungen“, heißt es in seiner Stellungnahme. „Wir konnten so trotz der enormen Herausforderungen die Liquidität des Unternehmens ohne externe Mittelzufuhr erhalten, unsere beiden strategisch wichtigen Großprojekte – die dritte Feuerverzinkungsanlage in Salzgitter sowie die neue Wärmebehandlungslinie in Ilsenburg – fortsetzen und mit der Umsetzung der Projekte Windwasserstoff Salzgitter, Green Industrial Hydrogen 2.0 und grüner Flachstahl unsere Dekarbonisierungsoffensive vorantreiben“, so Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann weiter. Das Geschäftsjahr 2020 sei für die Salzgitter AG kein verlorenes Jahr gewesen. „Im Gegenteil! Wir ziehen aus ihm Selbstbewusstsein und Zuversicht, die vor uns liegenden Aufgaben zu meistern.“

Insgesamt rechnet der Vorstand „unter ausdrücklichem Hinweis auf das nach wie vor immanente, kaum quantifizierbare Risiko der Corona-Pandemie damit, im Geschäftsjahr 2021 den Umsatz auf mehr als 8,5 Milliarden Euro steigern zu können und einen Vorsteuergewinn einzufahren, der sich zwischen 150 Millionen und 200 Millionen Euro bewegt. Verbunden wäre das mit “einer sichtbar über dem Vorjahreswert liegenden Rendite auf das eingesetzte Kapital.

Von Roland Weiterer