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Salzgitter Salzgitter AG: Grüner Wasserstoff für klimafreundlichen Stahl
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Salzgitter AG: Grüner Wasserstoff für klimafreundlichen Stahl 

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12:23 03.08.2020
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek zeigte sich begeistert von dem Wasserstoff-Vorzeigeprojekt der Salzgitter AG. Quelle: Rudolf Karliczek
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Salzgitter

Die Salzgitter AG hat große Zukunftspläne: Mit Wasserstoff will sie sogenannten grünen Stahl produzieren – und zwar ohne jeglichen Ausstoß von CO2, wie Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Heinz-Jörg Fuhrmann bei seinem jüngsten Rundkurs mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, Björn Thümler, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, sowie Dr. Stefan Kaufmann, Bundes-Innovationsbeauftragter „Grüner Wasserstoff“, erläuterte.

„Es ist im besten Sinne des Wortes ein Vorzeigeprojekt“, sagte Karliczek mit Blick auf das Forschungsprojekt namens „SALCOS – Salzgitter Low CO2-Steelmaking“, mit der die Salzgitter AG die Transformation hin zu einer CO2-armen und wasserstoffbasierten Stahlproduktion realisieren will. Das Alleinstellungsmerkmal dabei: Wasserstoff kann bei der Eisenerzreduktion Kohlenstoff ersetzen, was zur Bildung von Wasser anstelle von Kohlendioxid führt. „Zusätzlich sehen wir vor, die in der Stahlerzeugung und -weiterverarbeitung notwendige Prozesswärme mittels elektrischer Energie statt mit kohlenstoffhaltiger Energieträger bereitzustellen“, erläuterte Fuhrmann. So ließen sich mit mehr als 95 Prozent fast alle CO2-Emissionen bei der Stahlherstellung direkt vermeiden.

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Perspektivisch strebt das Unternehmen an, zwei Millionen Tonnen direktreduziertes Eisen pro Jahr zu erzeugen, das dann per Bahn nach Salzgitter transportiert und dort im integrierten Hüttenwerk – eine der größten Herausforderungen von SALCOS – zu hochwertigen, umweltfreundlichen Flachstahlprodukten weiterverbarbeitet wird.

„Mit diesem Projekt schlagen wir ein ganz neues Kapital in der Stahlindustrie auf“, sagte Karliczek. „Aber die Entwicklung braucht natürlich Zeit und Geld.“ Die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung sei die Grundlage für den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft im großen Maßstab. „Das Konjunkturpaket der Bundesregierung gibt uns dafür neun Milliarden Euro in die Hand. Das ist viel Geld und zeigt, wie wichtig der Bundesregierung dieses Thema ist“, sagt Karliczek. Forschung und Innovation seien dabei der Schlüssel, um aus dem Konjunkturpaket ein echtes „Kraftpaket“ für die Zukunftsfähigkeit Deutschland zu machen.

„Ich bin froh“, ergänzte Karliczek, „dass wir dabei auf innovationsstarke Unternehmen und exzellente Forschungsrichtungen setzen können, die gewillt sind, Klimatechnologien made in Germany zu einem neuen Markenzeichen zu machen.“ Die Salzgitter AG habe sich bereits in Richtung Grüner Wasserstoff aufgemacht. Dafür bedankte sich die Ministerin am Ende ihres Besuchs: „Ich freue mich, dass Ihr Unternehmen Teil der Wasserstoffrepublik Deutschland ist.“

Von Roland Weiterer