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Salzgitter Proteste in Salzgitter gegen Fehler im Gesundheitssystem
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Proteste in Salzgitter gegen Fehler im Gesundheitssystem

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09:55 10.12.2021
Protest gegen die Zustände im Gesundheitssystem: Mit dem „letzten Intensivbett“ zieht die IG-Metall-Jugend durch Lebenstedt.
Protest gegen die Zustände im Gesundheitssystem: Mit dem „letzten Intensivbett“ zieht die IG-Metall-Jugend durch Lebenstedt. Quelle: rk
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Salzgitter

Gemeinsam mit Beschäftigten aus den Bereichen Gesundheit und Pflege hat die IG-Metall-Jugend auf mehreren Kundgebungen in Salzgitter demonstrativ „das letzte Intensivbett Deutschlands“ präsentiert. „Wir wollen mit der Aktion auf die Versäumnisse im Gesundheitsbereich hinweisen und fordern bessere Arbeits-und Ausbildungsbedingungen im Gesundheits- und Pflegesystem“, erklärt Jan Laging von der IG Metall Salzgitter-Peine.

Begleitet wurde der Protest der jungen Metallerinnen und Metaller durch den Betriebsratsvorsitzenden des Helios Klinikums Salzgitter, Holger Danke, und durch Pflegekräfte wie Lars Tietjen von der AWO, die ebenfalls vor Ort auf ihre Situation aufmerksam machten. Passanten schlossen sich der Demonstration der Jugendlichen an, die in Lebenstedt vom BraWo Carree über den Rathausvorplatz bis zum Helios Klinikum zogen. „Klatschen reicht nicht“, „Atemlos durch die Schicht“ oder „Personalmangel kostet Leben“ lauteten einige der die plakativen Botschaften.

„Die Corona-Krise zeigt uns schonungslos auf, wie schlecht es um unser Gesundheitssystem und die Kranken- und Pflegeberufe steht“, erklärt Lars Tietjen. „Die Zahl der Corona-Infektionen steigt gerade rasant an. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen war die Arbeitsbelastung bereits vor Corona oft unerträglich.“ Viele Pflegekräfte seien völlig erschöpft.

Bereits vor der Pandemie war laut Lars Tietjen klar, dass Pflegerinnen und Pfleger in Deutschland fehlen. „Diese Situation wird nicht besser“, fügt der Krankenpfleger hinzu. Gerade in den Krankenhäusern solle in den kommenden zehn Jahren nur jede zweite pensionsbedingt freie Stelle wieder besetzt werden können. Lars Tietjen: „Der Fachkräftemangel führt bereits jetzt zu unbelegten Betten.“ Darüber hinaus sei die Fluktuation unter jungen Pflegekräften im Krankenhaus als auch in Alten- und Pflegeheimen hoch. „Hauptursache ist und bleibt die Arbeitsverdichtung. Dem Pflegenotstand kann Deutschland nur durch eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen entgehen.“

Von Roland Weiterer