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Salzgitter Nichts geht mehr im Tierheim in Salzgitter-Bad
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Nichts geht mehr im Tierheim in Salzgitter-Bad

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07:11 30.06.2021
Diese drei jungen Kitten teilen sich einen Futternapf. Mit ihnen leben aktuell 71 weitere Katzen im Tierheim Salzgitter.
Diese drei jungen Kitten teilen sich einen Futternapf. Mit ihnen leben aktuell 71 weitere Katzen im Tierheim Salzgitter. Quelle: Benjamin Kozlowski
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Salzgitter

Die Hundezwinger sind voll und die Katzhäuser auch. Wie in Salzgitter gehen Tierschützer in ganz Deutschland davon aus, dass es in den nächsten Wochen eine regelrechte Rückgabeflut von Haustieren geben dürfte. Grund sind die anstehenden Sommerferien. Nach den Corona-Lockerungen wollen viele Menschen wieder verreisen. Da stehen ihnen die Vierbeiner oft im Weg.

Dabei haben die Tierheime schon jetzt genug zu tun mit der Versorgung von beschlagnahmten Tieren, beispielsweise aus dem illegalen Welpenhandel. „Bei uns sind zur Zeit 17 Hunde, 74 Katzen sowie 25 Kleintiere wie Kaninchen, Ratten oder Vögel beheimatet“, berichtet Tierheimleiterin Friederike Maibaum. „Wir stoßen damit an unsere Kapazitätsgrenzen“. Was das bedeutet, ist klar – die Tierschutzeinrichtung aus Salzgitter-Bad kann bis auf weiteres keine Abgabe- oder Pensionstiere annehmen.

„Das ist eine Ausnahmesituation“, schildert Friederike Maibaum die derzeitige Lage. „Im Regelfall bieten wir direkt vor den Sommerferien zahlreiche Pensionsplätze für Hunde, Katzen und Kleintiere an, damit ihre Herrchen und Frauchen sorgenfrei im Urlaub entspannen können, doch in diesem Jahr ist dies nicht möglich.“

Sie und ihre Helfer stellen fest, dass es eine regelrechte Abgabewelle von Haustieren gibt, die in diesem Maße nur selten vorkommt. „Leider haben sich viele Menschen während des Corona-Lockdowns Tiere unüberlegt beim Züchter oder über Kleinanzeigenportale angeschafft“, sagt Friederike Maibaum. „Und jetzt stellen sie leider fest, dass sie mit dem Tier überfordert sind und den Bedürfnissen des Tieres nicht gerecht werden können.“ Für das Team in Salzgitter steht das Tierwohl über allem.

Das bedeutet, dass trotz starker Auslastung nicht jeder Interessent ein Tier vermittelt bekommt. „Wir erhalten täglich zig Anfragen“, erzählt Friederike Maibaum. Wenn jedoch die Lebensumstände und die Bedürfnisse des jeweiligen Tieres nicht zueinander passen, „müssen wir von einer Vermittlung Abstand nehmen“. Für diesen Ansatz hätten jedoch nicht alle Tierfreunde Verständnis. „Die täglichen Beschimpfungen, die teils unter die Gürtellinie gehen, sind schon fast zur Routine geworden“, so Friederike Maibaum. „Daran gewöhnen mag man sich aber nicht.“

Von Roland Weiterer