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NABU in Salzgitter freut sich über viele gezählte Wintervögel

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14:14 13.01.2022
König der Wintervögel: Der Haussperling, hierzulande besser bekannt als Spatz, wurde bei der NABU-Zählung am häufigsten gesichtet.
König der Wintervögel: Der Haussperling, hierzulande besser bekannt als Spatz, wurde bei der NABU-Zählung am häufigsten gesichtet. Quelle: Foto: Kathy Büscher/NABU Rinteln
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Salzgitter

Bei der „Stunde der Wintervögel“ vom 6. bis 9. Januar haben inzwischen mehr als 147.000 Menschen bundesweit ihre Vogelsichtungen gemeldet. Von über 103.000 Beobachtungspunkten wie Gärten, Parks und Balkonen wurden in ganz Deutschland inzwischen über 3,7 Millionen Vögel gesichtet. Diese Zahlen werden noch deutlich steigen, denn bis zum 17. Januar können Vogelfreundinnen und -freunde noch nachmelden.

Eine erste Zwischenbilanz hat auch der NABU Südost-Niedersachsen gezogen: „Zunächst ist festzustellen, dass auch beim zwölften Lauf dieser beliebten Vogelzähl-Aktion wieder hohe Teilnehmendenzahlen festzustellen sind“, freut sich Josefine Beims Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen in Salzgitter. Im letzten Jahr hatten sich mehr als 2.700 Vogelinteressierte aus der Region beteiligt. Sie sieht den Trend bestätigt, dass sich immer mehr Menschen für Natur begeistern und Artenkenntnis erlangen möchten.

Derzeit steht bundesweit, aber auch in Südost-Niedersachsen, der Haussperling auf dem obersten Platz. „Fast uneinholbar, wenn er auch in der gemeldeten Anzahl gegenüber dem Vorjahr etwas zurückgegangen ist“, sagt Josefine Beims. Auffällig ist, dass der Spatz in ländlichen Regionen häufiger gemeldet wird als in städtischen, wo ihm Amsel und Kohlmeise dicht auf den Fersen sind.

Die bauliche Verdichtung in den Städten verbunden mit dem Verlust von Gärten und Freiflächen macht sich bemerkbar. „Und da Sperlinge Hecken und dichte Sträucher sowie samentragende Stauden und Gräser brauchen, werden sie dort zur Rarität, während sie in Ortsrandlagen und auf dem Land oft in großer Anzahl aus den Hecken tschilpen“, schildert die NABU-Mitarbeiterin eine langjährige Entwicklung, die auch in anderen europäischen Ländern, zu beobachten ist.

Rang 2 hat in Südost-Niedersachsen derzeit die Kohlmeise inne, die ebenfalls etwas weniger beobachtet wurde als im Vorjahr, gefolgt von der Amsel. Ihr Bestand scheint sich nach den schweren Einbrüchen der letzten Jahre, bei denen zahlreiche Amseln dem Usutu-Virus zum Opfer fielen, erholt zu haben. Insgesamt wurden bereits mehr als 90 Vogelarten bei der diesjährigen Aktion gemeldet.

Auffallend ist laut Josefine Beims die große Zahl von Waldvögeln, etwa von Eichelhähern, bei denen eine Zunahme von 65 Prozent bei den Meldungen zu verzeichnen ist. Als besonders erfreulich wertet sie das starke Auftreten des Grünfinks mit einem Plus von fast 30 Prozent. Das Rotkehlchen, Vogel des Jahres 2021, stagniert in den Meldungen. „Wir sind sehr gespannt, welche Meldungen uns bis zum kommenden Montag noch erreichen werden.“ Die „Stunde der Wintervögel“ fand bereits zum zwölften Mal statt. Das Endergebnis wird Anfang Februar erwartet. Die nächste Zählung folgt vom 13. bis 15. Mai mit der „Stunde der Gartenvögel“.

Von Roland Weiterer