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Salzgitter Metaller setzen in Salzgitter ein Zeichen für den fairen Wandel
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Metaller setzen in Salzgitter ein Zeichen für den fairen Wandel

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16:54 28.10.2021
Protest vor den Toren der Salzgitter AG: 1.500 Metallerinnen und Metaller kamen zur Kundgebung.
Protest vor den Toren der Salzgitter AG: 1.500 Metallerinnen und Metaller kamen zur Kundgebung. Quelle: rk
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Salzgitter

Unter dem Motto „FairWandel - sozial, ökologisch, demokratisch“ hat die IG Metall Salzgitter-Peine zu einer Kundgebung vor den Toren der Salzgitter AG aufgerufen, um für „sichere und gute Arbeit in einer klimafreundlichen Industrie“ zu demonstrieren sowie ein klares Zeichen für die Zukunft der Region zu setzen. Denn nach ihren Worten stehen hunderttausende Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Mehr als acht Millionen Beschäftigte zählt das verarbeitende Gewerbe. Komplette Branchen stehen vor dem Umbruch. Fahrzeugbau, Luftfahrtindustrie, maritime Wirtschaft und Stahl, aber auch viele Betriebe im Maschinenbau sind bereits im Wandel begriffen. Die Metallerinnen und Metaller gingen auf die Straße, um ein Zeichen für ihre Arbeitsplätze und Existenzen zu setzen - damit verbunden ist der klare Auftrag an die kommende Bundesregierung den Wandel nicht nur ökologisch, sondern vor allem sozial und fair zu gestalten.

Der 1. Bevollmächtigte Matthias Wilhelm sprach bei der Kundgebung von einem „starken Zeichen“. Salzgitter spiegele wie kaum eine andere Region die Industriestruktur der Bundesrepublik wider. „Alle vorhandenen Betriebe sind von der Transformation in unterschiedlicher Art und Weise betroffen. Wenn der Strukturwandel nicht gelingt, verlieren Städte wie Salzgitter ihre Grundlage für gute Arbeits- und Lebensverhältnisse“, warnte er.

Für eine klimaneutrale Stahlerzeugung mit grünem Wasserstoff forderte Matthias Wilhelm im Namen der Gewerkschaft einen Transformationsfonds mit einem Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro bis 2030. Ohne massive staatliche Investitionen sei die Herkules-Aufgabe nicht zu stemmen. „Gelingt der Wandel nicht, drohen Arbeitsplatzverluste in ungewissem Ausmaß.“

Darüber hinaus hält die IG Metall einen massiven und deutlich schnelleren Ausbau der regenerativen Energie- und Wasserstoffressourcen sowie deren Infrastruktur erforderlich. Nur so gelänge es die Marktfähigkeit des weltweit ersten klimaneutralen Wasserstoffzuges aus der Region zu befördern und der für die E-Mobilität erforderlichen Batteriezellenfertigung vor Ort eine langfristige Perspektive zu ermöglichen. „Wir erwarten von der Politik, dass sie verlässliche und wirksame Rahmenbedingungen schafft, damit in Salzgitter und den umliegenden Städten der Wandel gelingen kann“, so Matthias Wilhelm.

Von Roland Weiterer