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Salzgitter Mehr Lohn und mehr Urlaub für Busfahrer in Salzgitter
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Mehr Lohn und mehr Urlaub für Busfahrer in Salzgitter

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18:02 19.05.2021
Der Tarifstreit ist beigelegt: Im April übergaben KVG-Beschäftigte in Salzgitter einen Brief an Geschäftsführer Axel Griega.
Der Tarifstreit ist beigelegt: Im April übergaben KVG-Beschäftigte in Salzgitter einen Brief an Geschäftsführer Axel Griega. Quelle: ver.di Süd-Ost-Niedersachsen
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Salzgitter

Trotz der Corona-Krise konnte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Flächentarifvertrag Verkehrsbetriebe Niedersachsen, in dem sich Unternehmen der öffentlichen Verkehre außerhalb der großen Metropolen wie Hannover und Braunschweig befinden, nach eigenen Angaben „respektables Ergebnis“ erreichen. Dem war eine „herausfordernde Tarifrunde“ mit dem Arbeitgeberverband Nahverkehr (AVN) um bessere Löhne und Arbeitsbedingungen voraus gegangen. Auch die in Salzgitter tätige KVG Braunschweig gehört dazu.

Die ver.di-Mitglieder haben diesem Tarifergebnis jetzt mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Auf dem Weg waren insgesamt drei Streiktage und ein Schlichterverfahren notwendig. Die Beschäftigten erhalten ab dem 1. Juli 2021 bei einer Laufzeit von 25 Monaten in zwei Schritten insgesamt 80 Cent pro Stunde mehr. Für Beschäftigte in den ersten Beschäftigungsjahren gibt es ab 2022 und 2023 je einen Tag mehr Urlaub. Auszubildende erhalten insgesamt 80 Euro mehr monatliche Ausbildungsvergütung.

Darüber hinaus haben sich die Tarifparteien ver.di und AVN auf einen Tarifvertrag für eine Corona-Beihilfe in Höhe von einmalig 400 Euro geeinigt. „Mit diesem Abschluss ist es uns in der Pandemie gelungen, für die Beschäftigten im Nahverkehr in der Fläche, die Lücke zu den Gehältern im Öffentlichen Nahverkehr in den Metropolen Niedersachsens (TV-N) zu verkleinern“, bewertet Gewerkschaftssekretär Marian Drews das Ergebnis. Fast sechs Prozent mehr Lohn für die Fahrer und Fahrerinnen könne sich sehen lassen lassen.

Es sei in dieser langwierigen Tarifrunde, die am Ende einen Schlichterspruch benötigte, aber auch deutlich geworden, dass ein unterfinanzierter ÖPNV am Ende immer zu Lasten der Beschäftigten geht. Nicht nur die Corona-Pandemie habe das Handlungsfeld bestimmt, sondern vor allem auch die Verträge, die die Nahverkehrsunternehmen mit den kommunalen Aufgabenträgern zur Finanzierung machen. „Eine faire Lohnentwicklung wird dort kaum berücksichtigt“, schreibt ver.di.

Von Roland Weiterer