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In der Region Salzgitter mangelt es an Bewerbern

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09:31 07.12.2021
Schulbesuch: Gewerkschaftssekretär Jan Laging informierte mit Yunus Emre Karaca und Yaren Ünsal über das Ausbildungsangebot der Peiner Träger.
Schulbesuch: Gewerkschaftssekretär Jan Laging informierte mit Yunus Emre Karaca und Yaren Ünsal über das Ausbildungsangebot der Peiner Träger. Quelle: IG Metall
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Salzgitter

Drei Abgangsklassen der Realschule in Salzgitter-Bad erhielten Besuch von jungen Beschäftigen des Peiner Stahlwerks. Bei einem Projekttag berichteten Yaren Ünsal und Yunus Emre Karaca von der Berufsausbildung in Peine und Salzgitter sowie über das Ausbildungsangebot der Peiner Träger GmbH.

„Wir haben festgestellt, dass bisher zu wenige Bewerbungen vorliegen, um unsere Ausbildungsplätze regional zu besetzen. Daher haben wir uns gemeinsam mit der Personalabteilung, dem Betriebsrat und der IG Metall überlegt, die Schulabgänger direkt über unser Ausbildungsangebot zu informieren“, sagt Yaren Ünsal. Die beiden sind in der Jugendvertretung der Peiner Träger Gesellschaft aktiv und haben ihre Ausbildung gerade erst erfolgreich abgeschlossen.

„Ich habe selbst erlebt, wie qualitativ-hochwertig und zukunftssicher der Berufseinstieg in der Stahlindustrie ist, gerade auch in Hinblick auf die Vergütung, Arbeitszeit und Übernahme. Dass in solchen Betrieben Bewerber fehlen, kann ich nicht nachvollziehen“, meint Yunus Emre Karaca. Organisiert und begleitet wurde der Projekttag von dem Jugendsekretär der IG Metall Salzgitter-Peine, Jan Laging. Auch bei der Gewerkschaft wird die Situation auf dem Bewerber-Markt kritisch gesehen.

„Die Duale Berufsausbildung ist ein sicherer, anerkannter und direkter Weg in die Arbeitswelt, der viele Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung und sogar einem Studium beinhaltet. Gerade in tarifgebundenen Betrieben erhalten die Schulabgänger schon früh eine gute Vergütung und zahlen in die Sozialversicherungen ein. Davon können die meisten Studierenden nur träumen“, so der Gewerkschaftssekretär. „Daher finden wir es problematisch, wenn gute, tarifgebundene Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können, nur weil Jugendliche aus Unkenntnis meinen, unbedingt das Abitur machen zu müssen.“

Auch an der Realschule gaben die meisten Schüler an, an eine weiterführende Berufsschule wechseln zu wollen anstatt sich für einen Ausbildungsplatz in einem Betrieb zu bewerben. Diese Unsicherheit könnte auch auf die Corona-Lage zurückgeführt werden. Vor dem Schulbesuch wurden zahlreiche Möglichkeiten zur Berufsorientierung verschoben oder sind ganz ausgefallen.

„Die pandemische Lage hat es schwierig gemacht, Möglichkeiten in der Region wahrzunehmen“, berichtet Imke Bührmann, Lehrerin an der Realschule. „Berufsbildungsmessen, Betriebsbesuche und vor allem betriebliche Praktika, all diese konkreten Angebote sind überwiegend für die Schüler ausgefallen.“ Daher war die Lehrerin froh, einen Unterrichtsbesuch organisieren zu können.

In fast allen Betrieben ist das Bewerbungsverfahren für das Ausbildungsjahr 2022 noch nicht abgeschlossen. Interessierte können sich immer noch für dutzende Ausbildungsplätze in der Region bewerben, von denen die meisten einen Haupt- oder Realschulabschluss als Voraussetzung haben. Viele Betriebe beklagen bereits den massiven Rückgang der Bewerberzahlen.

Von Roland Weiterer