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Salzgitter IKK Classic meldet deutlich weniger Infektionskrankheiten in Salzgitter
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IKK Classic meldet deutlich weniger Infektionskrankheiten in Salzgitter

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14:10 03.03.2021
Nur mit Mund-Nasen-Schutz in die Innenstadt: Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Auflagen haben zu einem Rückgang bei anderen Infektionskrankheiten geführt.
Nur mit Mund-Nasen-Schutz in die Innenstadt: Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Auflagen haben zu einem Rückgang bei anderen Infektionskrankheiten geführt. Quelle: rwe
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Salzgitter

Abstand halten, Maske tragen und Hände waschen. Die Vorschriften und Empfehlungen verhindern nicht nur die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2, sondern machen auch anderen Krankheitserregern das Leben schwer. Die IKK classic hat aktuelle Infektionsstatistiken des Robert-Koch-Institutes ausgewertet. Das Ergebnis für Salzgitter: Wesentlich weniger Menschen mussten 2020 mit den Folgen von Atemwegs- und Magen-Darm-Infekten kämpfen.

Im Januar informierte das Robert Koch-Institut (RKI) darüber, dass in Deutschland viele Infektionskrankheiten im Corona-Jahr 2020 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurückgegangen sind. Die zentrale Einrichtung der Bundesregierung zur Krankheitsüberwachung und -prävention sammelt nicht nur Daten zu SARS-CoV-2, auch Fallzahlen zu vielen anderen meldepflichtigen Erkrankungen laufen dort zusammen und werden statistisch ausgewertet. Besonders deutlich war der Rückgang bei Atemwegs- und Magen-Darm-Krankheiten.

Wie sahen die Entwicklungen im Ausnahmejahr 2020 bei Infektionskrankheiten in Salzgitter aus? Die IKK classic in Niedersachsen hat die Statistiken des RKI vom letzten Jahr genauer betrachtet und mit den Daten von 2019 verglichen. Ihr Fazit: Die Stadt ist keine Ausnahme. Auch hier wurden weniger Magen-Darm- und Atemwegserkrankungen diagnostiziert.

Fachleute sprechen von gastrointestinalen Infektionen, Laien nennen sie Magen-Darm-Erkrankungen. Ausgelöst werden die Beschwerden im Verdauungstrakt durch Viren und Bakterien. Die Ansteckung erfolgt überwiegend über den Verzehr von belasteten Lebensmitteln oder durch sogenannte Schmierinfektionen. Dabei werden Erreger in kleinsten Spuren von Stuhlresten an den Händen von Erkrankten weiter getragen – entweder über den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch oder indirekt über verunreinigte Gegenstände wie Türklinken, Treppengeländer oder Einkaufswagen.

Weniger Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen

Zu den häufigsten Erregern, die Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen auslösen, gehören Rotaviren, Noroviren, Salmonellen und Campylobacter. In den meisten Fällen erkranken Betroffen nicht schwerwiegend und erholen sich vollständig. Durch den hohen Flüssigkeits- und Salzverlust können solche Infektionen aber gefährlich für Säuglinge, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem werden. Um eine unkontrollierte Verbreitung der Erreger zu vermeiden, sind diese Erkrankungen meldepflichtig.

„Fast alle Erkrankungen, die durch die genannten Krankheitserreger verursacht werden, sind 2020 in Salzgitter deutlich seltener als im Jahr zuvor aufgetreten“, berichtet Uwe Kuhlmann, Regionalgeschäftsführer bei der IKK classic. Besonders stark war der Rückgang von Infektionen mit Noroviren. 2019 waren davon in der Stadt 147 Personen betroffen, 2019 waren es nur 40 – also 72,8 Prozent weniger. Die Fallzahl von Erkrankungen mit dem Rotavirus ist um 63,2 Prozent gesunken (2020: 25 Fälle, 2019: 68 Fälle). Bei der Salmonellose wurde sogar ein Rückgang um 87,2 Prozent verzeichnet, 2019 hatten sich 47 Personen mit Salmonellen angesteckt, 2020 waren es nur sechs. Nur bei Campylobacter verhielt es sich anders. Damit mussten im letzten Jahr insgesamt 87 Betroffene in Salzgitter kämpfen, 10,1 Prozent mehr als 2019 (79 Personen).

„Über die Gründe für den starken Rückgang an Fallmeldungen von gastrointestinalen Infektionen können wir nur spekulieren“, sagt der IKK classic-Regionalgeschäftsführer. „Mit Sicherheit haben aber die erhöhten Hygienemaßnahmen durch die Corona-Pandemie einen Anteil daran.“ Als weiterer Grund gibt die IKK classic an, dass möglicherweise weniger Menschen aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus ihren Arzt aufgesucht haben, obwohl sie Beschwerden hatten.

Rückgang bei Grippe und Keuchhusten

Ähnlich wie Coronaviren werden Keuchhusten auslösende Pertussis-Bakterien und die für Grippe ursächlichen Influenzaviren meistens durch Tröpfcheninfektionen von Mensch zu Mensch übertragen. Beide Infektionen lösen Atemwegserkrankungen aus, die mit vielen weiteren körperlichen Beschwerden einhergehen können. Gegen beide Erreger gibt es seit einigen Jahren effektive Impfungen. Trotzdem erkranken jedes Jahr viele Menschen in Deutschland an Keuchhusten und Grippe. „Mund-Nase-Masken und Abstandsregeln sorgen dafür, dass Tröpfcheninfektionen vermindert werden“, sagt Markus Schrader von der IKK classic.

Bei Keuchhusten hat sich in Salzgitter die Fallzahl von sieben auf zwei reduziert. Auch bei der Grippe gab es einen Rückgang. 2019 wurden von dort 241 Fälle gemeldet, 2020 waren es 175 – somit 66 Fälle weniger. Von diesen 175 Grippefällen wurden zudem 161 Infektionen vor dem 22. März 2020 diagnostiziert. „Das war der Tag, an dem Deutschland das erste Mal in den Lockdown ging“, erinnert der IKK classic-Regionalgeschäftsführer. Im gesamten Zeitraum danach wurden in der Stadt also nur noch 14 weitere Fälle im Jahr 2020 gezählt.

Von Roland Weiterer

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