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Salzgitter Gegner fordern „Game over“ für Schacht Konrad in Salzgitter
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Gegner fordern „Game over“ für Schacht Konrad in Salzgitter

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16:22 02.06.2021
Konrad_Gameover: Das Bündnis Salzgitter ruft zur Unterschriftenkampagne gegen die Endlager-Genehmigung auf.
Konrad_Gameover: Das Bündnis Salzgitter ruft zur Unterschriftenkampagne gegen die Endlager-Genehmigung auf. Quelle: Privat
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Salzgitter

Jetzt können auch die Bürger und Bürgerinnen in der Region etwas gegen das geplante Atom-Endlager bei Bleckenstedt unternehmen. Nach der Übergabe eines Antrags an Umweltminister Olaf Lies, die Genehmigung für Schacht Konrad aufzuheben, ist eine bundesweite Unterschriftenkampagne angelaufen. Damit soll das rechtliche Verfahren politisch unterstützt werden, das BUND und NABU gemeinsam mit dem Bündnis Salzgitter verfolgen.

Ludwig Wasmus, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad, hält das „alte Eisenerzbergwerk ist für die dauerhafte sichere Lagerung radioaktiver Abfälle gänzlich ungeeignet“. Mit jedem Stein, den die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) verbaue, verliere sie ein Stück Glaubwürdigkeit. „Der Niedersächsische Umweltminister hat jetzt die Chance, endlich das Richtige zu tun und das Projekt zu beenden. Mit der Unterschriftenkampagne wollen wir ihn bestärken, diesen Schritt zu gehen.“

Aber nicht nur aus der Region Salzgitter kommt Zuspruch für die Aktion mit dem Titel „Game over“. Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg fordert, nach dem Aus für Gorleben auch nicht länger am Schacht Konrad festzuhalten. „Beide Projekte der 70er Jahre sind Ausdruck von willkürlicher politischer Festlegung und halten einer fairen wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand.“ Mit dem Ende des Endlagerprojekts Gorleben wurde nach seinen Worten ein Anfang gemacht. Wolfgang Ehmke und seine Bürgerinitiative setzen sich dafür ein, „dass es nun eine vergleichende, wissenschaftsbasierte Endlagersuche für alle Arten von Atommüll gibt und ein Schlussstrich unter die alte Atommüllpolitik gezogen wird“.

Laut Jochen Stay, Sprecher der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt“, ist Schacht Konrad nicht nur ein Problem für die Region Salzgitter. „Der Atommüll, der dort nach den Plänen der BGE ab 2027 verklappt werden soll, stammt aus Atomkraftwerken, Forschungsreaktoren und Nuklearfabriken aus dem ganzen Bundesgebiet. Deshalb geht Schacht Konrad alle an.“ Die Bewegung sammelt nach eigenen Angaben deutschlandweit Unterschriften, „um die von diesem ungeeigneten und damit riskanten Atommüll-Lager bedrohten Menschen rund um Salzgitter solidarisch zu unterstützen“.

Unterschrieben werden kann bis zum 31. August 2021. Am 4. September will das Bündnis die Listen mit möglichst vielen Menschen im Rahmen einer bunten Aktion in Hannover übergeben. Weitere Informationen finden sich unter www.konrad-gameover.de.

Von Roland Weiterer