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Gegner fordern Baustopp für Schacht Konrad in Salzgitter

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15:33 09.09.2021
Schacht Konrad in der Dämmerung: Die Gegner des Atomendlagers fordern einen sofortigen Baustopp.
Schacht Konrad in der Dämmerung: Die Gegner des Atomendlagers fordern einen sofortigen Baustopp. Quelle: rk
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Salzgitter

Die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD fordert einen sofortigen Baustopp für das bei Bleckenstedt geplante atomare Endlager. Hintergrund ist der Antrag des BUND und des NABU, die Genehmigung für das Projekt zu versagen. Bei der Unterschriftenübergabe beteuerte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies, dass die Arbeiten zwar weiter laufen, dies aber keinen Einfluss auf die Entscheidung habe. Wenn das Land die Genehmigung aber nach fachlicher und juristischer Prüfung kippt, wäre der Weiterbau für die Katz.

„Daraus gibt es nur eine richtige Konsequenz: den sofortigen Baustopp“, so Ludwig Wasmus, Vorstand der AG Schacht KONRAD. Mit dieser Forderung steht er nicht alleine. Laut Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel gebietet dies alleine eine sparsame Haushaltsführung. Immerhin soll der weitere Umbau des alten Eisenerzbergwerks zu einem Atommülllager in den Jahren 2022 bis 2026 noch mindestens 1,77 Milliarden Euro verschlingen, schätzt die Bundesregierung.

Matthias Wilhelm, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine ergänzt: „Es ergibt überhaupt keinen Sinn, jetzt Milliarden in Schacht KONRAD zu verbauen, ohne zu wissen, ob das Endlagerprojekt sicher ist. Die Mittel für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle sind begrenzt.“ Derzeit zahle der öffentlich-rechtliche Entsorgungsfonds, in den die Atomkraftwerksbetreiber Geld einbezahlt haben. „Wenn das Geld zu Ende ist, müssen wir alle als Steuerzahlerinnen und Steuerzahler alle weiteren Kosten tragen. Deshalb darf nicht einfach munter weitergebaut und letztlich unser aller Geld in KONRAD verbrannt werden“, warnt Matthias Wilhelm.

Uli Löhr, Vorsitzender des Landvolks Braunschweiger Land: „Wenn Minister Lies darauf hinweist, dass er gleichzeitig mit dem Verfahren zur Rückholung des Atommülls aus der ASSE II zu wenig Personal in seinem Ministerium hat, um über den Antrag zu Schacht KONRAD zeitnah zu entscheiden, dann ist der einzig richtige Weg, die Bauarbeiten bei Schacht KONRAD zu stoppen, um sich den drängenden Problemen in der ASSE II widmen zu können.“

Heiner Baumgarten, Landesvorsitzender des BUND Niedersachsen und Petra Wassmann, KONRAD-Beauftragte des NABU Niedersachsen: „Mit unserem Antrag auf Rücknahme beziehungsweise Widerruf des Planfeststellungsverfahrens Schacht KONRAD haben wir gleichzeitig beantragt, bis zu einer bestandskräftigen Entscheidung vorläufig anzuordnen, sämtliche Ausbauarbeiten zur Errichtung des Endlagers einzustellen.“ Nach den Äußerungen des Umweltministers erwarten beide, dass er dieses „jetzt anordnet“.

Von Roland Weiterer

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