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Salzgitter Ein Zeichen für den Frieden auf dem Friedhof in Salzgitter
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Ein Zeichen für den Frieden auf dem Friedhof in Salzgitter

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06:47 14.10.2021
Die Geschichts- und Erinnerungstafel steht: Schülerinnen und Schüler der IGS Salzgitter zusammen mit IGS-Direktor Andreas Mainz, Oberstufenkoordinator Hans-Jürgen Gatzen Walter-Johannes Herrmann (Volksbund Bezirksverband), Oberbürgermeister Frank Klingebiel sowie Dr. Rainer Bendick (Bildungsreferent des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge).
Die Geschichts- und Erinnerungstafel steht: Schülerinnen und Schüler der IGS Salzgitter zusammen mit IGS-Direktor Andreas Mainz, Oberstufenkoordinator Hans-Jürgen Gatzen Walter-Johannes Herrmann (Volksbund Bezirksverband), Oberbürgermeister Frank Klingebiel sowie Dr. Rainer Bendick (Bildungsreferent des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge). Quelle: rk
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Salzgitter

Auf dem Alten Friedhof in Lebenstedt wurde eine Geschichts- und Erinnerungstafel  eingeweiht, die im zurückliegenden Schuljahr von Jugendlichen des 12. Jahrganges der IGS Salzgitter erarbeitet worden war. Von einer „überaus gelungenen Kooperation“ der Schule mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“, lobte Oberbürgermeister Frank Klingebiel das Projekt, der zugleich auch Vorsitzender des Volksbundes in Salzgitter ist.

Schülerinnen und Schüler haben so die einzigartige Möglichkeit, „am konkreten Beispiel quasi Geschichte zum Anfassen zu erforschen“, findet der OB. „Das ist ein deutliches Zeichen für Frieden, Freiheit und Demokratie, für die wir uns Tag für Tag einsetzen müssen, denn diese sind nicht selbstverständlich.“ Frieden könne es dauerhaft nur mit gelebter, offener und ehrlicher Völkerverständigung geben. „Und eine gute Zukunft wird es nur geben können mit dem Wissen um die Geschichte und der aktiven Bewältigung der Vergangenheit.“

Walter-Johannes Herrmann, Vorsitzender des Volksbundes-Bezirksverband Braunschweig, ergänzte: „Durch diese praktische Arbeit wird der Geschichtsunterricht greifbar und damit nachhaltiger.“ Ihm stimmte auch Hans-Jürgen Gatzen, Oberstufenkoordinator der IGS Salzgitter, zu: „Geschichte ist Teil der Politischen Bildung. Am konkreten Beispiel können wir vermitteln, dass Krieg immer noch eine Gefahr ist und es unserer Verantwortung ist, etwas dagegen zu tun.

Bei dem Projekt, das Volksbund-Bildungsreferent Dr. Rainer Bendick unterstützte haben sich die Jugendlichen mit Heinrich Oppermann beschäftigt, an den das Kriegerdenkmal erinnert. Er hatte im deutsch-französischen Krieg 1870/71 gekämpft und war mit 25 Jahren an den Folgen der Ruhr im Lazarett im französischen Château-du-Loir verstarb. Aufbauend auf seinen Briefen, die er in die Heimat schrieb, ging es im Projekt um die Themen deutsch-französischer-Krieg, Rechtfertigung von Kriegen, Verrohung der Soldaten, Umgang mit der Zivilbevölkerung sowie aus soziologischer Sicht die Mechanismen zum Aufbau von Hass und Feindschaft.

Herausgekommen ist eine Geschichts- und Erinnerungstafel, die Besucherinnen und Besucher des Alten Friedhofes zukünftig zum geschichtlichen Hintergrund des Kriegerdenkmals informieren soll. Die Kosten in Höhe von etwa 800 Euro haben die Braunschweigische Sparkassenstiftung und das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ als Sponsoren übernommen.

Heinrich Oppermann war am 15. Juli 1846 in Salder geboren. Er war der einzige Sohn einer wohlhabenden Bauernfamilie und diente im braunschweigischen Infanterieregiment 92 und nahm zunächst als Gefreiter, dann als Unteroffizier am deutsch-französischen Krieg teil. Er schrieb insgesamt 44 Briefe an seine Familie, in denen er über seinen Alltag als Soldat im Krieg berichtete: die Schrecken der Schlachten, die Versorgungsprobleme und Ausrüstungsmängel der Truppe sowie die Einquartierungen und Requisitionen bei französischen Zivilisten. Aus seinen Briefen geht hervor, dass ihn der Anblick der Schlachtfelder von Mars La Tour und Saint Privat sowie der Zerstörungen zutiefst ernüchterte. Er schrieb seinen Eltern: „Froh könnt ihr sein, dass die Kriegsfackel nicht bei Euch lodert, es ist wirklich jammervoll; das Elend der Leute ist schrecklich, sie werden alle arm.“

Heinrich Oppermann starb am 5. März 1871. Seine Mutter ließ das Denkmal errichten als Trauer- und Siegessäule zugleich. Sein Grab in Château-du-Loir war lange Zeit unbekannt. Dr. Rainer Bendick fand es wieder und hat sich dafür eingesetzt, dass dort auf dem Friedhof eine Erinnerungsplakette am örtlichen Denkmal angebracht wird, auf dem die Namen der französischen und deutschen Kriegstoten stehen.

Von Roland Weiterer