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Die Stadt  Salzgitter warnt vor einer Nutria-Plage in Thiede

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12:37 16.03.2021
Nicht erwünscht: Die kleinen Nutrias vermehren sich stark am Mühlenteich und an der Tonkuhle in Thiede, weil sie gefüttert werden.
Nicht erwünscht: Die kleinen Nutrias vermehren sich stark am Mühlenteich und an der Tonkuhle in Thiede, weil sie gefüttert werden. Quelle: Stadt Salzgitter
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Nutrias – hierzulande besser bekannt als Biberratten oder Sumpfbiber – haben sich zahlreich am Mühlenteich und an der Tonkuhle in Thiede angesiedelt. Die Tiere vermehren sich stark, weil sie gefüttert werden. Nutrias richten enorme Schäden an, weswegen das Füttern dort verboten ist. Der Städtische Regiebetrieb (SRB) stellt entsprechende Schilder auf.

„Die Nutrias gewöhnen sich sehr schnell an Menschen und lassen sich von ihnen füttern“, schreibt die Stadtverwaltung. Auch am Mühlenteich in Thiede werden „aktuell täglich“ Bürger gesehen, die die kleinen Tiere versorgen. „Das mitgebrachte Brot, der Salat und das Gemüse werden dabei nicht nur von den Nutrias gefressen“, heißt es aus dem Rathaus. „Auch Ratten vermehren sich aufgrund der herumliegenden Essensreste rasant.“ Weiterhin führe der künstliche Nährstoffeintrag zur Verunreinigung des Wassers: Sauerstoffmangel und Algenwachstum sowie das Erkranken der heimischen Wildtiere seien die Folge.

Nutrias sind laut Stadtverwaltung „nicht heimische Wildtiere, die enorme Schäden anrichten“. Da sie heimische Arten vertreiben, keine natürlichen Feinde haben und die Uferböschung beschädigen, dürfen sie nicht zusätzlich noch von Menschenhand versorgt. Der SRB will voraussichtlich am 22. März entsprechende Verbotsschilder aufstellen. Da der derzeitig sehr niedrige Wasserstand im Mühlenteich „in direktem Zusammenhang mit dem Nutria-Befall“ stehen kann, kündigt die Verwaltung an, die Uferböschung auf Schäden zu prüfen, bevor die Stadt den Mühlenteich wieder befüllt. Da sich die Nutrias auch an der Tonkuhle in Thiede herumtreiben, will der SRB auch dort Hinweisschilder aufstellen.

Daher kommen die Nutrias

Die ursprünglich aus dem subtropischen und gemäßigten Südamerika stammenden Tiere wurden in Mitteleuropa wegen ihrer Pelze eingeführt und ausgewildert. Typisch für die erwachsenen Nutrias, die etwas kleiner als ein Biber werden, sind ihre orangefarbenen Nagezähne. Sie können bis zu zehn Kilogramm schwer werden und bringen zwei- bis dreimal im Jahr bis zu acht Jungtiere zur Welt, die bereits nach fünf Monaten die Geschlechtsreife erreichen.

Aufgrund ihrer Standorttreue bleiben die Nutrias in ihrem Revier und verteidigen es. Sie leben oft in Gemeinschaften von 12 bis 15 Tieren und graben sich in Uferböschungen von stehenden und langsam fließenden Gewässern ein, um dort ihre Wohnhöhlen anzulegen. Sie bauen sich Nester aus Wurzeln, Blättern, Zweigen und Ästen. An Land finden sie alles, was sie gerne fressen: Gräser, Schilf, Seerosen, manchmal aber auch Schnecken oder Teichmuscheln. Auch landwirtschaftliche Kulturen wie Mais und andere Hackfrüchte werden gefressen.

Von Roland Weiterer