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Salzgitter Die Kurzarbeit wirkt in der Region Salzgitter
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Die Kurzarbeit wirkt in der Region Salzgitter

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13:08 02.12.2020
Die Zahl der Arbeitslosen in Salzgitter ist im November auf 5.266 gesunken. Quelle: rwe
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Salzgitter

Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist im November gegenüber dem Vormonat weiter leicht um 742 auf insgesamt 20.578 gesunken, das entspricht einer Quote von 6,3 Prozent. In der kommunalen Betrachtung bleibt Salzgitter mit 9,7 Prozent das Schlusslicht hinter dem Landkreis Wolfenbüttel (4,7), der Stadt Braunschweig (5,4) und dem Landkreis Goslar (6,8).

„Nicht alle Menschen, die während der letzten Monate arbeitslos geworden sind, haben auch ihre Arbeit verloren“, weiß Gerald Witt, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar. „Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen werden aktuell coronabedingt nicht in der Häufigkeit wie vor der Pandemie angeboten, so dass weniger Arbeitslose eine Förderung starten – aber auch weniger Maßnahmeteilnehmer zeitnah im Anschluss einen Job finden“.

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„Die Kurzarbeit stützt weiter den Arbeitsmarkt“, zieht Gerald Witt als Fazit. „Seit August sinken die Arbeitslosenzahlen, das ist eine saisonübliche Entwicklung. Die Auswirkungen der Pandemie werden deutlich, wenn wir die Arbeitsmarktdaten vom März und nun vom November vergleichen. Die Arbeitslosigkeit ist in diesem Zeitraum um 2.468 gestiegen, wir haben Anzeigen für 107.061 Kurzarbeiter.“

Seit dem 2. November sind als Reaktion auf die Corona-Entwicklungen weitergehende Einschränkungen für Wirtschaft und öffentliches Leben wirksam. Diese Auswirkungen zeigen sich nur bedingt in der aktuellen Arbeitsmarktstatistik. Der statistische Zähltag war der 11. November. Der Zeitraum seit Verschärfung der Coronamaßnahmen umfasst damit acht Arbeitstage. 14 Arbeitstage hingegen entfallen auf den Zeitraum vor der Wirksamkeit der verhängten Einschränkungen (Vormonatszähltag 12. Oktober).

Die Anzeigen zur Kurzarbeit wurden bis zum 25.11.2020 statistisch erfasst. Bei der Kurzarbeit zeigt sich der Lockdown bereits. Wurden im Oktober noch 84 Anzeigen zur Kurzarbeit mit 979 Personen gezählt, so wurden im November bereits 428 Anzeigen für 3.695 Personen bei der Agentur für Arbeit eingereicht.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen, lag im aktuellen Berichtsmonat bei 27.426 Personen, dies sind 8,8 Prozent oder 2.211 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit in eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme nehmen stetig wieder zu, erreichen aber noch nicht wieder das Vorkrisenniveau.

Gemeldete Arbeitsstellen

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zurückhaltung der Betriebe bei der Arbeitskräftesuche deutlich erkennbar. Seit Jahresbeginn wurden 1.875 Stellen weniger gemeldet als im Vorjahresvergleich. Die Nachfrage liegt geringfügig unter dem Niveau des Vormonats (-109 Stellen). Aktuell werden 4.583 Arbeitsstellen im Bestand gezählt, das sind 611 weniger als noch vor einem Jahr (- 11,8 Prozent). Gegenüber dem Vormonat nahm die Nachfrage weiter leicht zu (+182 gemeldete Stellen oder 4,1 Prozent). Die TOP5 der gemeldeten Stellen finden sich bei den Fachkräften im Verkauf (186), Altenpflegefachkräften (143 Stellen), den Reinigungshelfern (95), Fachkräfte in der Bauelektrik (93) sowie Bürofachkräften (89).

Kurzarbeit

Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten. Die Zahl neuer Anzeigen für Kurzarbeit hat in den letzten Monaten gegenüber dem Höchststand im März/April deutlich abgenommen, steigt jetzt jedoch wieder auf Grund der wirtschaftlichen Beschränkungen.

Nach den Anzeigen zur Kurzarbeit haben die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit, die tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abzurechnen. Die Statistik der realisierten Kurzarbeit basiert auf den Angaben in diesen Abrechnungslisten, die den Anträgen auf Kurzarbeitergeld beizufügen sind. Daten über realisierte Kurzarbeit werden mit einer Wartezeit von fünf Monaten veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Die Inanspruchnahme von konjunkturell bedingter Kurzarbeit ist ein wichtiger Frühindikator für die künftige konjunkturelle Entwicklung am Arbeitsmarkt.

In der Stadt Salzgitter haben von März bis Mai tatsächlich 1.363 Betriebe für insgesamt 37.026 Kurzarbeitende (Mai 17.374) konjunkturelles Kurzarbeitergeld erhalten. Der durchschnittliche Arbeitsausfall lag bei 33 Prozent, im April hatte dieser noch bei 57 Prozent gelegen. Die meisten Kurzarbeiter sind von März bis Mai in folgenden Wirtschaftsabschnitten zu finden: Verarbeitendes Gewerbe (28.225), Verkehr und Lagerei (1.876) sowie im Handel (1.651).

Von Roland Weiterer